ENTERTAINMENT

Musik-Download Portale Vergleich

Die besten Anbieter für MP3-Download

Musicload erhält im Test die Note Sehr Gut (1,4)
Musik-Download statt CD – diese Alternative findet immer mehr Zuspruch. Schnelle Verbindungen und immer attraktivere Abspielgeräte machen den Umgang mit den MP3-Downloads zum Kinderspiel. Wir haben getestet, was Amazon, iTunes, Media Markt, Musicload und Napster zu bieten haben. Alle liefern gute Qualität, die Konzepte der Shops sind aber sehr unterschiedlich. Wo die beste Musik spielt, hängt von den Interessen des Kunden ab.
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Bericht: hjh

Nichts gegen den guten alten Plattenladen um die Ecke oder die CD-Abteilungen in den Kaufhäusern – tragen sie doch dazu bei, beim Stadtbummel noch etwas Farbe und Vielfalt in die neuen Zeiten des E-Commerce zu retten. Aber angesichts des vielfältigen Angebots rund um den Musik-Download im Internet muss man schon ein wenig um die traditionelle CD bangen. Online kann der Musikliebhaber unter Millionen von Dateien seine Wahl für den Musik-Download treffen, sich teilweise Dutzende verschiedener Versionen ein und desselben Songs auflisten lassen und die Auswahl in Sekundenschnelle auf die eigene Festplatte und von dort auf Abspielgeräte wie iPods und andere Hand- und Augenschmeichler zu überspielen. Garniert ist das Angebot immer häufiger mit einer Fülle von Zusatzinformationen zu Künstlern und Alben.

Musik-Download-Portale sprechen unterschiedliche Kundenbedürfnisse an

Fragt sich nur, bei welchem Anbieter man sich die gewünschten Songs am besten aus dem Netz zieht. Hierbei zeigt sich schnell, dass die Musik-Download-Portale teilweise völlig unterschiedliche Konzepte verfolgen und damit entsprechend unterschiedliche Bedürfnisse von Kunden ansprechen. Für einen Musikfreund, der stolzer Besitzer eines Computers der Marke Apple ist, liegt es nahe, das bereits auf seinem Gerät vorinstallierte iTunes zu nutzen und mit diesem Programm auf die Online-Pirsch nach dem gewünschten Musik-Download zu gehen – natürlich im Apple-hauseigenen iTunes-Shop. Wer einen PC sein eigen nennt, kann ebenfalls bei iTunes shoppen, muss sich das Programm aber erst auf den Computer laden und sich bei der Gelegenheit mit der Apple-Markenwelt anfreunden, von der die iTunes-Seite ausgiebig inspiriert ist. Viel einfacher aber ist es da für PC-Besitzer, statt iTunes Amazon, Media Markt oder Musicload aufzurufen, sich zu registrieren und ohne zusätzliche Software die musikalischen Wünsche zu erfüllen.

Wenn der Musik-Download an der Kette der Nutzungsrechte liegt

Ebenfalls ein Sonderfall ist Napster. Der aus der rechtlich gescheiterten gleichnamigen Musiktauschbörse hervorgegangene Anbieter setzt in erste Linie auf ein Abonnementmodell, eine Streaming-Flatrate. Auch bei Napster kann man Musik kaufen und dauerhaft auf dem Rechner abspeichern, allerdings geht das bei Amazon, Media Markt und Musicload eben auch, ohne sich erst zwingend Software installieren zu müssen. Was der Napster-Vorläufer einst in den Augen der Musikindustrie in besonderer Weise hat missen lassen, nämlich den sorgfältigen Umgang mit Urheberrechten, kultiviert sein Nachfolger in fast schon exzessiver Weise – die heruntergeladenen Dateien sind nämlich mit beschränkten Rechten ausgestattet und werden sozusagen aus der Ferne vom Napster-Server im Auge behalten. Auch iTunes hat sich vom sogenannten Digital Rights Management (DRM), das Musikstücke an die Leine legt, (noch) nicht verabschiedet.

Statt lieblicher Töne liefert der Musik-Download eine hässliche Systemmeldung

Wer sich schon einmal mit dem einen oder anderen legal heruntergeladenen Musik-Download, der an der DRM-Kette lag, herumärgern musste, ist bei solchen Angeboten skeptisch. Der Frust ist groß, wenn der legal erworbene Musik-Download keine lieblichen Töne von sich gibt, sondern eine hässliche Systemmeldung, die besagt, dass leider die Rechte zum Abspielen nicht vorhanden seien, und einen dann auch noch auf die Suche nach den verlorenen Rechten in die Weiten des Cyberspace schickt.

Amazon, Media Markt und Musicload haben sich von diesem Modell längst verabschiedet und bieten MP3-Dateien an, über die der Kunde technisch frei verfügen kann. Es ist diesen Anbietern und der dahinter stehenden Musikindustrie zu wünschen, dass die Kunden dies zu schätzen wissen, indem sie fair damit umgehen und die Titel nicht als Raubkopien vervielfachen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich auch die iTunes- und Napster-Dateien in MP3-Dateien umwandeln lassen, aber dies bedeutet einen Arbeitsschritt mehr.

Die Datenbanken für den Musik-Download enthalten mehrere Millionen Titel

Nicht unwesentlich beim Kulturgenuss per Musik-Download ist auch die Zahl der verfügbaren Titel. Die Datenbanken aller Anbieter sind gut gefüllt – Amazon und iTunes werben mit elf Millionen Titeln, Napster hat nach eigenen Angaben über zehn Millionen Titel im Angebot, bei Musicload und iTunes sind es rund sechs Millionen. Aber die riesigen Datenbanken nützen nichts, wenn die Suchmöglichkeiten dürftig sind. Hier punkten die reinen Online-Anbieter (die also ohne Zusatzprogramme verwendbar sind) Amazon, Media Markt und Musicload. Getestet wurde die Suche mit Musiktiteln, die das etwas abgegriffene Klischee vom bunten Strauß an Melodien wahr machten, darunter Katie Perrys aktueller Hit „Hot’n cold”, Jacques Offenbachs Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen”, Neil Youngs „Four Strong Winds”, der Woodstock-Fetzer „I’m Going Home” von Alvin Lee/Ten Years After oder Peter Fox mit seinem „Haus am See”.

Musik-Download verlief bei allen Anbietern zügig und reibungslos

Die Qualität der heruntergeladenen Stücke war in allen Fällen völlig in Ordnung. Musicload und Media Markt verschlüsseln standardmäßig mit bis zu 320 Kilobit pro Sekunde (kb/s), Amazon strebt nach eigenen Aussagen einen Durchschnitt von 256 kb/s an. Auch die anderen Anbieter lagen in diesem Bereich. Der Prozess für den Musik-Download selbst verlief bei allen Anbietern zügig und reibungslos – abgesehen davon, dass bei iTunes und Napster erst Software installiert werden muss.

Bei den Preisen liegt Amazon um eine Nasenlänge vorn, aber höchstens um die eines Hobbits. Die getesteten Titel lagen bei 98 Cent, gefolgt von Media Markt und Napster mit jeweils 99 Cent. Das Angebot von iTunes lag bei 1,29 Euro, wobei allerdings auch Dateien in den Preisstufen 69 und 99 Cent erhältlich sind. Am teuersten verkauft Musicload seine Musik mit durchgehend 1,29 Euro. Allerdings ist hier wie bei Media Markt die Bitrate und damit die Soundqualität mit 320 Kilobyte in der Sekunde am höchsten. Höchst erfreulich war das Ergebnis beim Servicetest. Alle Testkandidaten waren innerhalb von Sekunden am Telefon, bei Napster dauerte es mit 1’42 Minuten am längsten, dafür war der Kollege im Call-Center am freundlichsten.

Klare Empfehlung: Wer sowieso einen Mac hat, ist mit iTunes gut bedient – vor allem, wenn noch iPods, iPhones und weitere iGeräte daran hängen. Und wer eine musikalische Dauerberieselung wünscht, ist bei Napster mit der monatlichen Flatrate gut aufgehoben. Um hier einem Missverständnis vorzubeugen: Die aus dem Streaming kopierten Titel sind nicht mehr abspielbar, wenn der Vertrag endet – es sei denn, sie sind als regulärer Musik-Download gekauft. Andere Kunden, die sich gelegentlich einen Hit oder musikalischen Geheimtipp ziehen wollen, sind bei Amazon, Musicload oder Media Markt bestens bedient.

Buchtipp zum Thema Musik-Download

Der durch die technischen Möglichkeiten des Internet hervorgerufene dramatische Wandel, der die Musik-Industrie in Bedrängnis gebracht hat, ist noch längst nicht abgeschlossen. Wer mehr über das Thema Musik-Download und Auswirkungen auf die Musik-Branche erfahren will, dem sei ein Blick in das Buch „Mix, Burn & R. I. P.” von Janko Röttgers empfohlen, das auch als kostenlose PDF-Datei ganz legal im Netz steht. Das Werk ist zwar schon 2003 erschienen, zeichnet aber auf ebenso sachkundige wie lesbare Weise den Konflikt zwischen Musikindustrie und Tauschbörsen nach und skizziert Lösungswege.

Janko Röttgers: Mix, Burn & R. I. P. – Das Ende der Musikindustrie. Heise, Hannover 2003; Zum Download:
(Netzausgabe unter den Bedingungen der Creative Commons Public License).

    Internetauftritt Service Preise Gesamtnote Zum Anbieter  
                     
  1,3 1,1 2,5 1,4 Testbericht lesen  
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3. Mai 2010

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  1. Getestet Redaktion sagt:

    Hallo verehrte Frau König, die ausführlichen Testergebnisse, bestehend aus mehr als 80 Testkriterien, sowie dem Bewertungsschema mit Gewichtungen und Notenberechnungen, können gegen eine Schutzgebühr bezogen werden. Bitte setzen Sie sich bei Interesse per E-Mail oder telefonisch mit uns in Verbindung.

  2. Katja König sagt:

    Sehr geehrte Redaktion, könnten Sie mir bitte mitteilen, wie Sie aus den Einzelbewertungen auf die Gesamtnote kommen? Ich finde einfach keinen Bewertungsschlüssel, mit dem ich die Einzelwertungen gewichten muss, um auf Ihre Gesamtwertung zu kommen…
    Besten Dank im Voraus
    K. König

 

     
     
   

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