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Freemail-Anbieter im Vergleich

Test: Kostenlose E-Mail Anbieter

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Statistisch betrachtet besitzt jeder Bundesbürger eine E-Mail-Adresse. Meist kostenlos, denn in Deutschland tummeln sich ungezählte eMail Anbieter, die E-Mail-Postfächer vor allem durch Werbung refinanzieren. Getestet.de nahm einen ersten Test im August 2010 zum Anlass, die wichtigsten Anbieter erneut zu vergleichen. Überraschend: Testsieger ist Windows Live Hotmail, der im Oktober runderneuerte Dienst des Software-Riesen Microsoft. 
 
  1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz  
           
  hotmail-logo yahoo google-mail-logo t-online  
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Getestet von CMa

E-Mail zum Nulltarif ist eine sogenannte Killerapplikation – ein Angebot, an dem kaum ein Internetnutzer vorbeikommt. Nahezu jeder, der im Internet unterwegs ist, besitzt eine E-Mail-Adresse. Meist sogar mehrere bei unterschiedlichen Anbietern. Nachdem unser Freemail- Test im Sommer für lebhafte Diskussionen über den idealen Anbieter sorgte, haben wir uns einen erneuten Überblick zum aktuellen Stand verschafft. Getestet.de prüfte die Angebote der sechs im Testzeitraum reichweitenstärksten Anbieter (Quelle: alexa.com): Google Mail,  Yahoo! Mail, T-Online, Freenet, Web.de und Windows Live Hotmail.

Note Gut für Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail

Wie schon im ersten Test erreichte kein Teilnehmer ein Sehr gut. Immerhin finden sich mit Windows Live Hotmail (2,2) und Yahoo! Mail (2,2) zwei Anbieter mit der Bewertung Gut im Testfeld. Ein Befriedigend erhielten Google Mail (2,7) und T-Online (2,9). Die Schlusslichter sind Freenet (3,0) und Web.de (3,0).

 

Freemail für alle

Jeder E-Mail-Nutzer hat eigene Präferenzen.  Zwei Nutzergruppen können hier vor allem unterschieden werden. Die eine Gruppe installiert auf dem Rechner ein E-Mail-Programm wie Thunderbird, Outlook oder IncrediMail, um Nachrichten vom E-Mail-Konto abzurufen. Hier spielen Schlagwörter wie Art des Übertragungsprotokolls, Synchronisation von E-Mail und Adressbuch, Push-Dienst oder mobile Schnittstellen eine wichtige Rolle. Anwenderkenntnisse sind von Vorteil, aber dafür ersparen sich diese Nutzer Werbung in Form von Bannern oder an E-Mail-Nachrichten angehängte Produktempfehlungen.

Die zweite Gruppe ruft E-Mails ohne zusätzliches Programm direkt über das Portal des Anbieters ab, surft also zum Beispiel auf eine Seite wie https://mail.google.com, um neue Nachrichten zu empfangen oder zu versenden. Hier liegt der Fokus auf möglichst reduzierter Werbung, sicherem Login, schnellen Prozessen (zum Beispiel beim Versenden oder Verwalten von Nachrichten) und einer klaren, übersichtlichen Struktur der Seite. Unerfahrene Nutzer oder Anwender, die nur selten online sind, bevorzugen den E-Mail-Verkehr über ein solches Webinterface.

Im Test stellten wir unter anderem das Webinterface in den Vordergrund, um der zweiten Nutzergruppe schnelle Orientierungshilfe zu geben. Im Detail bezieht der Test jedoch auch viele andere Anforderungen ein, die im Einzeltest die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Anbieters in Bezug auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer spiegelt.

Registrierung und Anmeldung

T-Online macht es den Nutzern etwas schwer, von der Startseite zur Registrierung für den kostenlosen E-Mail-Service zu gelangen. Alle Anbieter sichern die Registrierung mit einem Captcha ab. Das sind meist grafisch verzerrte Zeichenfolgen, die von Hand in ein Textfeld eingegeben werden müssen, um Missbrauch vorzubeugen.  Im Test waren diese Captchas gut lesbar und konnten im Zweifelsfall neu generiert werden – außer bei Google Mail. Hier wurde die gesamte Registrierungseite aktualisiert, was zur Folge hatte, dass bereits getätigte Angaben mitunter erneut eingetippt werden mussten. Ein weiteres Testkriterium: Wann erfolgt eine Deaktivierung oder Löschung des E-Mail-Kontos, wenn der Inhaber sich längere Zeit nicht einloggt? Im Kleingedruckten behalten sich alle Anbieter die Löschung von Karteileichen, ungenutzte E-Mail-Konten vor. Für den Nutzer kann das sehr ärgerlich sein, da dann alle Nachrichten verloren gehen. Google Mail und Windows Live Hotmail haben mit einer „Kontolebensdauer” von jeweils neun Monaten die meiste Geduld.

gmail-captcha

Wer das Captcha nicht entziffern kann, muss bei Googlemail die gesamte Registrierungsseite aktualisieren.
Dabei kann es vorkommen, dass auch weitere Angaben erneut eingetippt werden müssen.

Speicherplatz

Spitzenreiter beim kostenlosen E-Mail-Speicherplatz sind Yahoo! Mail und Windows Live Hotmail. Beide sichern dem Nutzer praktisch unbegrenzten Platz zu. Windows Live Hotmail richtet zunächst ein Postfach mit 5 GB (Gigabyte) ein, diese wachsen jedoch laut Anbieter mit den Bedürfnissen des Nutzers mit. Zum Vergleich: Dieser Speicherplatz entspricht ca. 500.000 gewöhnlichen Text-E-Mails, die im Postfach gespeichert werden können. Google Mail stellt derzeit circa 7,5 GB Speicherplatz zur Verfügung. Der Speicherplatz wird  automatisch in kleinen Schritten erhöht, kann aber auch nachgekauft werden. Die Speicherkapazitäten von T-Online (1 GB), Freenet (500 MB) und Web.de (12 MB) können nicht mithalten.

web_de-speicher

Zeit für Bescheidenheit: Der Speicherplatz bei Web.de ist mickrig.

E-Mail-Client oder Webinterface?

Wer ein eigenes E-Mail-Programm nutzen möchte, kann das über das Übertragungsprotokoll  POP3 bei allen getesteten Anbietern tun. IMAP hingegen bieten nur Google Mail, T-Online und Freenet. Der Vorteil von IMAP: Nachrichten werden nicht lokal heruntergeladen, sondern können vom E-Mail-Programm aus direkt auf dem Server verwaltet werden. Das ist sinnvoll bei mehreren PCs oder mobilen Endgeräten. Bei Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail ist die Aktivierung von IMAP nur mobil möglich. Web.de bietet IMAP nur gegen Aufpreis an.

Wer seine E-Mails über das Webinterface verwaltet, wird bei allen Anbietern im Test mit Werbung konfrontiert. Zurückhaltend geben sich Google Mail und Windows Live Hotmail. Google scannt den E-Mail-Verkehr und bietet mehr oder weniger dazu passende, dezent platzierte Textwerbung an. Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail blenden größere Banner ein, die jedoch weggeklickt werden können. Das sind positive Beispiele im Vergleich zu Web.de und Freenet, die ihre Nutzer mit Werbung geradezu fluten und dabei rücksichtslos wirken.

Extras: Filter und Festplatten

Die Freemail Anbieter im Test spendieren ihren Nutzern kostenlose Extras, die teilweise guten Mehrwert bieten. Spamfilter und Virenscanner sind bei allen Anbietern dabei. Leider funktionieren sie nicht überall gleich gut. Die Spamfilter, die eigentlich vor unerwünschter E-Mail-Werbung schützen sollen, lassen gerade diese Mails zum Teil ungehindert passieren, fangen Nachrichten von vertrauenswürdigen Absendern aber ab.

Onlinefestplatten ermöglichen es, auch große Dateien wie Bilder, Musikstücke oder gar Videos online zu speichern und in den meisten Fällen auch mit Freunden online zu teilen. Den größten Festplattenspeicherplatz bieten die kostenlosen eMail Angebote von T-Online und Windows Live Hotmail mit jeweils 25 GB und ansehnlichen Webinterfaces. Bei jedem Anbieter gibt es einen Kalender und ein Adressbuch, die sich bei Google Mail, Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail auch mit anderen Endgeräten synchronisieren lassen. Windows Live Hotmail stellt zudem Webanwendungen aus dem Office-Paket von Microsoft zur Verfügung, so dass online Dokumente in Word, Excel oder Powerpoint erstellt und bearbeitet werden können. Ähnliches hat auch bei Google Mail mit dem Dienst „Texte & Tabellen” im Paket.

Details zu den einzelnen Vor- und Nachteilen finden Sie in den jeweiligen Einzeltests und der Vergleichsmatrix auf dieser Seite.

freemailer-featureubersicht

So testen wir

Insgesamt haben wir 64 Kriterien für unseren Test herangezogen. Der Bereich Internetauftritt (Gewichtung im Gesamtergebnis: 15 Prozent) fasst unter anderem zusammen, ob und wie sich der Nutzer auf der Startseite zurechtfindet, ob und wie Werbung geschaltet ist, Hilfe und Kontaktinformationen schnell erreichbar sind und wie schnell die Seite über eine moderate DSL 1000 Verbindung geladen wird. Der Bereich Leistung (Gewichtung im Gesamtergebnis: 75 Prozent) umfasst Speicherplatz, Größe von E-Mail-Anhängen, Übertragungsprotokolle, Registrierungsprozess, Komfortfunktionen im Webinterface, Anzahl der auswählbaren Domains und Aliasadressen und Zusatzfunktionen. Der Bereich Service (Gewichtung im Gesamtergebnis: 10 Prozent) untersucht Kontaktmöglichkeiten, Kosten, Erreichbarkeit und die Qualität der Antworten des Anbieters auf Test-Anfragen. Freemailer bieten meist kaum Servicefunktionen, die über ein Hilfeforum hinausgehen. Daher beeinflusst der Servicewert das Ergebnis nur marginal. Wer auf guten Service nicht verzichten möchte, sollte in den jeweiligen Einzeltests genauer auf diesen Bereich achten.

Fazit

Den Alleskönner unter den E-Mail-Anbietern zum Nulltarif gibt es bisher nicht. Der Markt ist in ständiger Bewegung, bewährte Angebote werden ausgebaut, neue kommen hinzu und setzen die Messlatte höher. Doch es gibt eine einfache Lösung: Mehrere E-Mail-Postfächer bei verschiedenen Anbietern. In der Praxis stellt sich schnell heraus, welcher Anbieter am ehesten den individuellen Vorstellungen gerecht wird. Einfach ausprobieren – es kostet schließlich nichts.

 

    Internetauftritt (15%) Leistung (75%) Service (10%) Gesamtnote Zum Anbieter  
                     
  hotmail-logo 1,6 4-5 1,4 4-5 4,8 2,2
Testbericht
 
  yahoo 2,9 3-0 1,5 4-5 4,5 0-5 2,2
Testbericht
 
  google-mail-logo 2,8 3-0 2,0 4-0 4,8 2,7
Testbericht
 
  t-online 2,2 4-0 2,8 3-0 4,5 0-5 2,9
Testbericht
 
  freenet 4,4 0-5 2,8 3-0 2,7 3-0 3,0
Testbericht
 
  web_de-logo 3,3 2-5 2,8 3-0 4,6 0-5 3,0
Testbericht
 
18. November 2010

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