Libri.de im Test

Unsaubere Grafik verhindert eine bessere Platzierung

 
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Im Gegensatz zur Konkurrenz kommt Libri.de reichlich altbacken daher: Der Online-Buchshop fällt unangenehm durch eine Vielzahl von Kategorien, Aktionen und lieblosen Grafiken auf. Der Seite fehlt ein klar erkennbares Konzept und die schiere Menge der Informationen nimmt einem die Lust auf das Stöbern. Doch wer etwas Zeit mitbringt, kann hier viel entdecken. Libri bietet eine sehr gute Auswahl.
 

 

Getestet von SvHi

Optisch landet Libri.de in unserem Test auf dem letzten Platz. Hier beißt sich die Hintergrundfarbe Blau mit einem Orange-Ton der Angebote, die Grafiken wirken lieblos platziert und sind häufig sehr pixelig. Die verschiedenen Seiten sind uneinheitlich gestaltet, mit einer Vielzahl variierender Schriftgrößen und Farbgebungen.

Zumal die Seiten auch Fehler aufweisen: Nach einem Klick auf die Kategorie „Kinder E-Books” landet man bei der aktuellen Bestseller-Liste der E-Books. Erst in den Kategorien am Bildrand wird auf die Angebote für Kinder verwiesen.

Hinter all diesen Informationen, Angeboten, Wegweisern steckt vermutlich die gute Absicht, dem Benutzer möglichst viele Optionen zu bieten. Doch gerade auf dem Bildschirm ist weniger oftmals mehr – wer hat schon die Zeit, sich durch all die Informationen zu kämpfen, wenn die Konkurrenz mit klar strukturierten Seiten lockt? Vom Erscheinungsbild her wirkt Libri machmal wie ein Wühltisch in einem Kaufhaus.

Der Testlauf

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In der Nutzerfreundlichkeit bekommt Libri.de also Abzüge in Sachen Übersichtlichkeit und Lesekomfort. Dabei ist die Vielfalt, mit der Libri.de lockt, durchaus spannend: Es gibt eine Extra-Abteilung für norddeutsche Platt-E-Books, eine Sortierung nach Verlagen und eine Extra-Abteilung für E-Books im PDF-Format. Ein genauer Blick lohnt sich also.

Wir machen nun einen Testlauf und  suchen den Bestseller „Schändung” von Jussi Adler-Olsen. Die Seite zu „Schändung” sieht auf den ersten Blick ganz ordentlich aus: Sie bietet ein Video, ein Gratis-Leseprobe und einige weitere Informationen zum Buch. Positiv ist auch, dass genau erklärt wird, mit welchen Readern die Datei gezeigt werden kann. Auch sind sämtliche Basis-Informationen (AGB, Impressum, etc.) gut sichtbar dargestellt. Einziger Minuspunkt ist wiederum die holprig wirkende technische Umsetzung der Seite, die sich dann auch noch in schlechter grafischer Auflösung zeigt.

 

Eine riesige Auswahl

Insgesamt 155.000 E-Books bietet Libri nach eigener Aussage an. Daneben stehen eine Vielzahl von Lesegeräten zum Verkauf, pünktlich zur Buchmesse kündigt Libri eine App für das IPad und und für das Samsung Galaxy Tab an. Bei der Auswahl an Lesegeräten ist Libri sicherlich einer der besten Anbieter in unserem Test. Doch auch hier macht die pixelige Grafik und die altmodischen Interaktions-Möglichkeiten den E-Book-Download nicht gerade zum Vergnügen.

E-Pub, PDF oder online-Lesen: Der Download

Als Neuling in Sachen E-Books kämpft man sich im Hilfemenü durch eine Vielzahl von Tipps und Erläuterungen, die in besonders kleiner Schrift eng aneinander stehen und  eine einfache Suche fast unmöglich machen.

Der Bestellvorgang entspricht dagegen den Anforderungen: Durch einen Klick auf den Warenkorb wird man durch den Vorgang geleitet, der Download des E-Books geschieht rasch und unproblematisch. Zur Sicherheit sind auch einige (positive) Hürden eingebaut: Falscheingaben („Entenhausen”) führen dazu, dass man aufgefordert wird, seine Daten neu einzugeben. Soweit alles in Ordnung. Auch telefonisch und per Mail erwiesen sich die Mitarbeiter von Libri als sehr hilfreich und freundlich. Bei keinem anderen Anbieter wurden wir so gut beraten.

Doch ein großes Manko ist, dass Libri auf einen zusätzlichen Sicherheitscheck verzichtet: Bei der Zahlung mit Kreditkarte werden nicht alle Daten abgefragt, so dass man theoretisch mit einer gestohlenen Karte bezahlen kann. Der Gesamteindruck des Bestellvorgangs wird dadurch erheblich geschmälert.

 

Fazit

Die Seite von Libri wirkt stellenweise lieblos zusammengefügt. Oft sind die Autorenportraits knapp gehalten und es gibt kaum Rezensionen von Lesern. Schade, bietet doch Libri auf der anderen Seite sehr gute Ansätze, z.B.  Hilfestellungen beim Runterladen der E-Books und bei E-Book-Readern. Gerade was den Service angeht, zählt Libri zu den besten Anbietern. Das Angebot, die Hilfestellungen und die große Auswahl hätten eine bessere Aufmachung verdient.

Zum Vergleichstest

  Libri.de – Testbericht  
       
     
  Gesamtnote 2,8  
  Internetauftritt 2,4   3-5  
  Service 2,8   3-0  
  Preise 3,6   2-0  
     
12. Oktober 2010

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