HAUSHALT + ENERGIE

Stromanbieter Test

Öko siegt im Stromanbieter Vergleich

[jk] Im hart umkämpften Strommarkt schicken die großen Konzerne ihre Discount-Töchter in die Preisschlacht. Die kleinen und mittleren Unternehmen halten dagegen und unterbieten die Großen mit Rabatten – und mit günstigem Ökostrom. Aber genügt die Formel Strom billig? Geht der Discount-Preis nicht zu Lasten des Service? In unserem Stromanbieter Test haben wir sieben mal 62 relevante Bewertungskriterien abgefragt. Das Ergebnis hat uns überrascht.
 
  1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz  
           
   
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Für Stromrechner: das Ergebnis in Zahlen im Strompreisvergleich

Nuon (mittlerweile: lekker-energie.de): 17,50 Euro im Monat; Etega: 17,56 Euro; eprimo: 22,70 Euro; Yello: 26,42 Euro; Lichtblick: 26,77 Euro; E wie Einfach: 31,55 Euro. Die Preise beziehen sich auf Hamburg und 1200 Kilowattstunden Jahresverbrauch. stromistbillig (mittlerweile stromistgrün.de) bleibt an dieser Stelle unberücksichtigt, weil der Anbieter erst ab einer Menge von 1500 kW/h liefert (mehr im Einzeltest).

Drei Ökostrom-Produzenten vorne im Stromanbieter Vergleich

Damit war nicht zu rechnen: Mit Nuon, Lichtblick und Entega (Darmstadt) belegen drei Ökostrom-Anbieter die vorderen Plätze; Nuon schafft es auf den ersten Platz, Entega und Lichtblick folgen auf den Plätzen zwei und drei. Alle drei Unternehmen haben den Atomstrom gestrichen, alle drei buhlen mit Rabatten um neue Kunden, und alle drei unterbieten so die Tochterunternehmen der Konzerne E.ON, RWE und EnBW. Einen passablen Service allerdings serviert lediglich Lichtblick aus Hamburg (Service-Note: 2,5).

Nuon ist Testsieger im Stromanbieter Vergleich

Test-Sieger Nuon versteht es, sich als frisches, sympathisches Unternehmen darzustellen. Typisch niederländisch! Wer Aufmerksamkeit auf sich zieht und das Publikum für sich einzunehmen weiß, hat in unserer medialen Welt schon halb gewonnen. Freilich hat Nuon auch inhaltlich etwas zu bieten: Nuon verzichtet auf Atomkraft und liefert Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Inzwischen läuft Nuon unter dem Namen Lekker-Energie.

Der Nuon-Service ist eine Baustelle

Aber Nuon wird sich anstrengen müssen, diesen Platz zu halten. Platz eins beim Preis erkauft sich Nuon mit 100 Euro Einmal-Bonus. Und der Nuon-Service ist seit Jahren eine Baustelle – man braucht viel Geduld, dringende Fragen können unter Umständen nur per E-Mail beantwortet werden, und auf diese wartet man eine Woche lang.

Auf dem letzten Platz: stromistbillig aus Pforzheim

Von den sieben Stromanbietern kippt einer aus dem Rahmen: stromistbillig, das Internetvertriebsportal der Stadtwerke Pforzheim, führt vor, wie man es nicht machen sollte. Die Stadtwerke erinnern mit ihren starren Regeln an die Zeit vor der Liberalisierung. Inzwischen läuft der Anbieter unter der Domain stromistgrün.de.

Starre Regeln wie in der guten alten Monopolisten-Zeit

stromistbillig bietet nur zwei Tarife. Die beiden Produkte gibt es nur als im Voraus zu bezahlendes Paket und nur ab einer Menge von 1500 kW/h Jahresverbrauch. Wer bestellt und am Ende weniger verbraucht, hat Pech, das Guthaben verfällt.

Und um 17 Uhr ist Feierabend

stromistbillig gibt sich munter und leutselig, tatsächlich wirkt der Betrieb bieder, die Präsentation hausbacken. stromistbillig ist bis 17 Uhr telefonisch zu erreichen, danach ist Feierabend. stromistbillig ist ein Onlinevertriebsportal. Aber das Antragsformular muss man ausdrucken und per Post nach Pforzheim schicken.

Die Sieger im Stromanbieter Vergleich setzen auf Nachhaltigkeit

Zurück zu den Siegern: Nachhaltigkeit ist keine Phrase mehr. Sondern ein Verkaufsargument. Entega, Tochterunternehmen der mittelständischen Südhessischen Energie AG, investiert in den geplanten Hochsee-Windpark vor der Nordseeküste und in die Aufforstung, um den C02-Verbrauch zu neutralisieren. Ziel ist ein Energiemix ohne C02-Ausstoß. Gelegentlich stört noch der überkommene Öko-Jargon.

Die Ökonomie & Ökologie AG im Stromanbieter Vergleich

Lichtblick -unter den vielen Filialbetrieben eine echte Neugründung – tritt deutlich professioneller und dabei stilsicher auf. Die Verbindung von Ökonomie und Ökologie sind selbstverständliche Geschäftsgrundlage, Lichtblick hat den Wirbel um Atomstromzukauf an der Strombörse aufgearbeitet und informiert auf seiner Seite gründlich über die Problematik. Lichtblick investiert in innovative Heiztechnik und engagiert sich für den Schutz des Regenwalds in Equador. All das geschieht angenehm unaufgeregt und unter Verzicht des Öko-Tremelo der Achtziger Jahre.

Die Konzern-Discounter wenden sich mit Atomstrom an Pragmatiker

Die drei Konzernfilialen eprimo (RWE), Yello (EnBW) und E wie Einfach (E.ON) folgen dicht gedrängt auf den Plätzen. Die Stoßrichtung der drei ist klar: Alles geht über den Preis! Service erhält der Kunde, so er mag, beim Mutterkonzern. Als Discounter ist man billig, grell und um ‘nen schnodderigen Spruch nicht verlegen. Alle drei gerieren sich als Pragmatiker und führen Atomstrom im Programm – Yello 45 Prozent, E wie Einfach 42 Prozent und eprimo 25 Prozent.

Noch halten sich die Konzern-Discounter mit Ökostrom zurück

Einzig eprimo bietet einen eigenen Ökostrom-Tarif an. E wie Einfach sorgt mit einem verschwiemelten „MeinKlima-Tarif” für einen C02-Ausgleich „durch Einsparungen an anderer Stelle”. Und Yello? Wirbt seit zehn Jahren unverdrossen für „gelben Strom” und verweist in der Öko-Frage auf das Mutterhaus: Die EnBW investiere „seit langem verstärkt” in Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung.

Die Discounter sparen im Stromanbieter Vergleich auch am Service

Obschon die Konzern-Töchter gut organisierte Apparate im Hintergrund haben, ist der Service mäßig. Auch hier greift das Discounter-Prinzip: Kundenservice kostet Geld, also wird am Service gespart. Immerhin die Hotline ist bei Yello und E wie Einfach durchweg gut zu erreichen.

Das Design der Discounter: lebendig, spartanisch, esoterisch

Deutliche Unterschiede gibt es bei der Internetpräsenz: Die gelbschwarze Yello-Seite wurde mit Lust und Liebe, Spaß und Phantasie gebaut; E wie Einfach hat sich ein spartanisch funktionales Discounter-Design verpassen lassen. Bei eprimo mutet die verspielte Wasserblasen-Optik merkwürdig öko-esoterisch an.

eprimo distanziert sich von sich selbst im Stromanbieter Vergleich

Aber mit derlei Äußerlichkeiten muss man sich nicht länger aufhalten. Wer wissen will, wie ein Anbieter tatsächlich tickt, schaue in den Textteil, bei eprimo etwa in den Disclaimer: „eprimo übernimmt keinerlei Gewähr für Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit und Qualität der bereitgestellten Informationen.” Das mag juristisch korrekt sein. Unter werblichen Gesichtspunkten ist eine solche Formulierung töricht.

    Internetauftritt Service Preis Gesamtnote Zum Anbieter  
                     
  1,5 3,3 1,0 1,9 Testbericht lesen  
  2,5 3,1 1,3 2,3 Testbericht lesen  
  1,8 2,5 3,0 2,4 Testbericht lesen  
  2,1 3,3 2,0 2,5 Testbericht lesen  
  1,7 3,8 2,6 2,7 Testbericht lesen  
  1,8 2,8 3,6 2,7 Testbericht lesen  
  2,4 4,5 4,2 3,7 Testbericht lesen  
22. März 2010

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