Lebensmittel.de im Test

Dank fehlerträchtiger Shop-Technik nur im Mittelfeld

 
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Die trauen sich was bei Lebensmittel.de: Dank innovativem Trockeneis-Kühlsystem liefert der Shop nicht nur Frischwaren sondern sogar Tiefkühlkost. Leider bietet die Shop-Technik viele Stolperfallen für den Besucher: Waren, die sich nicht in den Warenkorb legen lassen, Kontaktformulare, die einfach streiken und ein persönlicher Bereich, der den Kunden wieder vor die Tür setzt. Insgesamt reicht es für einen „befriedigenden” dritten Platz.
 

 

Getestet von CMa

Auch wenn sie recht bunt ist, die Startseite von Lebensmittel.de verrät durch die Bildauswahl und die Anordnung der einzelnen Elemente gleich, dass man sich in einem Online-Supermarkt befindet. Mit rund 24.000 Produkten bietet Lebensmittel.de die größte Auswahl im Testfeld und als einziger bundesweiter Online-Supermarkt sogar Tiefkühlkost. Die wichtigsten Produktkategorien sind durch kleine Bilder direkt auf der Startseite anwählbar. Die komplette Auswahl kann sich der Besucher über das horizontale Navigationsmenü erschließen. Sobald man eine Lebensmittelkategorie angeklickt hat, erscheint die Ergebnisliste und im linken Seitenbereich ein Untermenü mit weiteren Auswahlmöglichkeiten. Impressum, Kontaktbereich und Lieferbedingungen sind über den Footer der Websites jederzeit anklickbar. Es gibt sogar eine Serviceseite mit typischen Fragen und Antworten zur Bestellung von Lebensmitteln im Internet: Aber ausgerechnet diese Infos sind ausschließlich über die Startseite erreichbar.

Online-Supermarkt Shop-Krankheiten, die Erste: Denglisch

Oben links wartet ein Suchfeld auf die Eingabe der Produktwünsche. Synonyme werden zwar nicht gefunden, dafür schlägt die Suchfunktionen bei der Eingabe passende Produkte oder Produktkategorien vor. Hier mischen sich immer wieder auch englischsprachige Begriffe in die Produktkategorien, und ergeben damit ein unschönes Kauderwelsch aus deutschen Produktbeschreibungen und englischen Kategorien. Das setzt sich auch auf der Ergebnisseite fort: Bei einigen Produkten lässt sich die Auswahl nicht etwa nach aufsteigendem oder absteigendem Preis, sondern eben nur nach „increasing” und „decreasing price” sortieren. Hat man sich mit diesen Fehlern des Online-Shops erst einmal abgefunden, gelingt das Beladen des virtuellen Einkaufswagens ohne größere Probleme. Die Produktbeschreibungen in Tabellenform sind teilweise recht knapp, aber immer ausreichend. Die Grundpreisberechnung gelingt meistens ziemlich gut. Ansprechend: Als einziger Shop bietet Lebensmittel.de sogar dreidimensionale Produktabbildungen. Wer erst später seinen Einkauf fortsetzen möchte, kann die bereits gefundenen Produkte bequem auf eine Merkliste setzen, für die er sich allerdings einmalig registrieren muss.

Produktsortierung im Online-Supermarkt: Kennen Sie Campbell´s?

Zuweilen stört die etwas umständliche Kategorisierung der Artikel: Beispielsweise sind die Dosensuppen von Erasco eben nicht unter diesem Markennamen abgelegt, sondern unter dem eher unbekannten Herstellernamen „Campbell´s”. Unterhalb der Produktbeschreibung lassen sich per Drop-down Menü andere Produkte des Herstellers oder ähnliche Produkte aus dem Sortiment von Lebensmittel.de anklicken. Verbraucherbewertungen, Links zum Hersteller oder Testberichte sucht man hier allerdings vergeblich.

Shop-Krankheiten, die Zweite: Der verschlossene Warenkorb

Die Bestellung erfolgt in fünf Schritten. Dabei stießen wir bei unserer Testbestellungen auf weitere Probleme mit der Shop-Software: Leider lassen sich von den meisten frischen Lebensmitteln nur recht große Mengen bestellen (bei den Weintrauben zum Beispiel ab 800g). Für die Eingabe des Gewichts gibt es ein Feld, aber keinen Button, mit dem das Produkt anschließend in den Einkaufswagen gehievt werden kann. Eine ähnliche technische Schwierigkeit gab es beim Abschicken der Bestellung und beim Einloggen in den persönlichen Bereich. Jedes Mal streikte die technische Plattform und setzte uns wieder vor die virtuelle Ladentür.

Service beim Online-Supermarkt: Wenig hilfreich

Die Erlebnisse mit der Shop-Technik sind eine willkommene Möglichkeit, um die Kundenhotline zu testen und um Rat zu bitten. Lebensmittel.de kann man sowohl per Mail, Telefon, Fax oder Webformular erreichen. Das Webformular – noch so ein Technik-Bug – hängte sich beim Versuch, eine Nachricht abzusenden regelmäßig auf. Die Telefonhotline erreicht man für 0,14 Euro pro Minute von Montag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr. Wir hatten schnell eine Mitarbeiterin am Apparat. Nachdem Sie rund eine Minute abgetaucht war, um einen Kollegen wegen unserer technischen Probleme um Rat zu bitten, empfahl sie uns, den Bestellvorgang in ein paar Stunden einfach noch mal zu starten. Wirklich hilfreich ist diese Antwort nicht, wenn der rappelvolle Einkaufswagen auf die Bestellung wartet. Leider zeichnete sich die E-Mail-Antwort der e-Cola Gmbh, die den Shop betreibt, ebenfalls nicht gerade durch besondere Hilfsbereitschaft aus. Sie kam zwar binnen zwei Stunden, es wurde aber keine einzige der gesendeten Fragen beantwortet. Statt dessen verwiesen die Support-Mitarbeiter auf den Servicebereich der Website. Nach dem Motto: „Soll sich der Kunde seine Antworten doch selber suchen”. Wir müssen nicht erwähnen, dass es auf einige Fragen der E-Mail gar keine Antworten auf der Webseite gibt …

Ab 40 Euro entfallen die Portokosten bei Lebensmittel.de

Bezahlen kann man bei Lebensmittel.de per Kreditkarte, Sofortüberweisung und Vorkasse. Außerdem bietet das Unternehmen den Kauf mit der „Wirecard” an, einer virtuellen Guthaben-Kreditkarte, die nur für Zahlungen im Internet verwendet werden kann. Die Portokosten für eine bundesweite Lieferung sind mit 4,90 Euro moderat. Sehr gut: Ab 40 Euro Bestellwert entfallen die Portokosten komplett. Sofern man frische Produkte mitbestellt, wird die gleiche Summe jedoch auch nochmals als Kühlpauschale berechnet. Der Liefertermin kann bis zu drei Wochen in der Zukunft festgelegt werden. Besucher können überdies verschiedene Zeitfenster wählen, was allerdings bis zu 45 Euro Aufschlag kostet. Die typische Lieferzeit beträgt zwei Tage. Gut: Der Käufer wird per Sendungsverfolgung  über die Auslieferung des Pakets informiert.

Gekühlt mit Trockeneis: Die Lieferung von Lebensmittel.de

Pünktlich nach zwei Tagen erreichte uns das Paket von Lebensmittel.de. Im Karton befand sich eine große Frischebox aus Styropor. In einem doppelten Boden waren kleine Säckchen mit Trockeneis eingelassen, die das gesamte Paket kühlen sollten. Das hat bei unserer Testbestellung passabel funktioniert. Das Fleisch erschien genießbar, auch wenn es nicht so kühl war wie beim Testsieger. Die Trauben waren einwandfrei und alle anderen Produkte ebenfalls ohne Fehl und Tadel. Die Konservendose war ein wenig eingedrückt. Schwamm drüber. Im Karton lag eine sehr ausführliche Rechnung mit allen relevanten Details, die uns darüber aufklärte, dass von Fleisch und Trauben eine geringfügig größere Menge geliefert wurde. Der Mehrbetrag würde dem Kundenkonto belastet und mit der nächsten Lieferung verrechnet werden.

Zum Vergleichstest

  Lebensmittel.de – Testbericht  
       
     
  Gesamtnote 2,8  
  Internetauftritt 2,0    
  Service 3,2    
  Preise 2,7    
     
4. August 2010

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