AOL im Test

Viel Speicher, null Service

 
  AOL erhält die Note Befriedigend (3,0) aol-logo
Als AOL Anfang 2010 seinen Rückzug aus Deutschland meldete, lag die Vermutung nahe, dass auch der kostenlose E-Mail-Service eingestellt werden würde. Der Freemail-Dienst bleibt zwar bestehen, doch dass hier ein Betrieb nur noch mit minimalem Aufwand aufrechterhalten wird, wird bei näherer Betrachtung ganz deutlich. Die Freemail-Leistungen sind zwar okay, doch in punkto Inhalt und Service schneidet der Online-Dienst miserabel ab.
 

 

Getestet von MK

Website ohne Mehrwert

Mit einer Gesamtnote von 3,1 (befriedigend) bildet AOL deutlich das Schlusslicht unseres Testvergleichs. Schon die Inhalte der Startseite zeigen, dass hier nichts mehr selbst produziert wird. Alle Verlinkungen führen direkt zu Fremdanbietern. Die Handhabung der Freemail-Funktion ist zwar okay und die Postfachgröße mit unbegrenztem Speicherplatz kaum zu toppen, doch jegliche Art von Service suchen Nutzer bei AOL vergeblich.

aol-screenshotWer das kostenlose E-Mail-Angebot von AOL nutzen möchte, muss sich wie bei jedem Gratis-Dienst zunächst online registrieren. Die Benutzerführung lässt ein wenig zu wünschen übrig, da auf der Startseite nur versteckt im unteren Bereich ein ausdrücklicher Hinweis auf den kostenlosen E-Mail-Dienst zu finden ist. Sind Nutzer von der Startseite erst einmal auf der E-Mail-Registrierseite gelandet, so entdecken sie dort immerhin gleich zwei deutliche Hinweise auf die kostenlose Anmeldemöglichkeit.

Der Registrierungsprozess ist einfach: Schon mit der Eingabe des Namens erscheinen fünf Vorschläge für den eigenen Nutzernamen. Auch die Sicherheit des einzugebenden Passwortes wird über einen Farb-Balken angezeigt. Die Registrierung ist zudem mit einem Captcha gesichert. Positiv: Das Captcha ist nicht nur visuell, sondern auch als Audiodatei verfügbar und kann abgehört werden. Nach erfolgter Registrierung erscheint eine Willkommenszeile sowie die Auflistung der hinterlegten Daten. Anschließend wird der Anwender zum Postfach weitergeleitet.

Enorme Speicherkapazität

Das große und leider einzige Plus von AOL: Der Postfach-Speicherplatz ist unbegrenzt. Das bietet unter den acht getesteten Freemail-Anbietern nur noch Yahoo! Mail. Über die maximale Größe der Dateianhänge gibt es unterschiedliche Angaben. Beim Versenden von Testmails waren Dateianhänge von über 30 Megabyte kein Problem. Ob der Versand derart großer Datenmengen sinnvoll ist, muss an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Wer für sein E-Mail-Konto weitere Adressen anlegen möchte, wird enttäuscht: Alias-Namen können nicht angelegt werden.

Der Mail-Bereich ist schlicht gestaltet und übersichtlich. In der vertikalen Navigation erreichen Nutzer den Posteingang, den Spam-Ordner, den Kalender und die Kontakte. Nützlich ist auch eine Verknüpfung mit dem Instant Messenger AIM. Eigene Ordner können hier mit einem Klick hinzugefügt werden. Wer sich nicht ständig in sein Postfach einloggen möchte, der kann seine E-Mails über Pop3 und IMAP mit jedem passenden E-Mail-Programm lesen und schreiben.

Mangelhafter Service

Die Hilfe ist jederzeit rechts oben über den Header erreichbar, allerdings dürfen User hier nicht zu viel erwarten. Ob z.B. automatische Weiterleitungen eingerichtet werden können, war anhand der Online-Hilfe nicht zu klären. Nutzer, die in der Hilfefunktion nicht fündig werden, sind aufgeschmissen. Die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sind bei AOL miserabel.

In unserem Test ist AOL der einzige Freemail-Anbieter, der null Punkte im Bereich Service und Kommunikation erhält. Der Online-Dienst bietet keine Service-Rufnummer für Freemail-Nutzer. Lediglich bei Fragen zum Internetzugang, zu AOL Phone und AOL Mobile steht der Kundenservice der Hansenet Telekommunikation GmbH zur Verfügung. Anfragen sind nur über ein E-Mail-Formular möglich. In unserem Test erschien nach Absenden der Anfragen kein Systemdialog, so dass User im Unklaren gelassen werden, ob das Formular überhaupt verschickt wurde. So verwundert es auch kaum, dass mehrfache Anfrageversuche ohne Antwort geblieben sind.

Zum Vergleichstest

 AOL - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 3,1  
  Internetauftritt 2,0   4-0  
  Leistung 2,0   4-0  
  Service 5,0   0-0  
     
   
     
 

Arcor im Test

Mäßiger Service und geringer Speicherplatz

 
  Arcor erhält die Note Befriedigend (2,8) arcor-logo
Obwohl Arcor sich inzwischen zu 100 Prozent im Besitz des Mobilfunkriesen Vodafone befindet, besteht der Freemail-Dienst mit dem kostenlosen Angebot Pia basic fort. In unserem Test schafft es Arcor mit der Note „befriedigend" nur auf den sechsten Platz. Wie auch bei den beiden Letztplatzierten web.de und AOL ist einer der Gründe im mäßigen Service zu suchen. Aber auch der geringe Speicherplatz von 50 Megabyte für das E-Mail-Postfach liegt deutlich unter dem Angebot der Konkurrenz. Punkten kann der Freemail-Anbieter immerhin mit beachtlichen 35 Megabyte für Dateianhänge.
 

 

Getestet von MK

Die Startseite von Arcor hätte sicher keine Chance einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen: Die Seite ist viel zu lang und wirkt mit ihren Funktionsleisten in verschiedenen Blau-Nuancen und Rot ein wenig altmodisch. Aufgrund der Fülle von animierten Anzeigen und Eigenwerbung wirkt die sonst klar untergliederte Seite sehr unruhig. Die horizontale Navigation erschließt sich Nutzern recht einfach. Header und Footer sind von jeder Seite direkt erreichbar und enthalten die notwendigen Informationen zu Impressum, Kontakt und AGBs. Die AGBs werden übersichtlich in „Geschäftsbedingungen für den Online-Dienst", „Geschäftsbedingungen der Vodafone D2 GmbH" und „Geschäftsbedingungen für Call-by-Call" gegliedert. Positiv aufgefallen ist die sehr übersichtlich nach Themen gegliederte Online-Hilfe, die zudem über eine gute Suchfunktion verfügt ("Suche in der Arcor-Hilfe").

arcor-screenshotWo geht's zur Registrierung?

Auf der Startseite ist der Registrierungsprozess aufgrund vieler verschiedener Vodafone-Angebotspakete schwer zu finden. Der einfachste Weg zum Freemail-Angebot führt über den Navigationspunkt "E-Mail & SMS". Hier gibt es unterhalb des Login-Bereichs einen Hinweis auf das PIA basic-Angebot. Dass es sich hierbei um einen kostenlosen E-Mail-Service handelt, ist auf einem Banner in der rechten Randspalte ersichtlich. Auch ein Klick auf die Leistungsdetails verrät, dass es sich um einen Gratis-Dienst handelt.

Punktabzüge gibt es für den Registrierungsprozess. Dieser ist zwar nicht viel aufwändiger als bei anderen Freemail-Anbietern, jedoch nicht ganz so komfortabel. So werden bei der Dateneingabe weder Vorschläge für die eigene E-Mail-Adresse gemacht, noch wird die Gültigkeit des eingegebenen Passwortes direkt geprüft. Nach der Bestätigung der AGBs und Datenschutzrichtlinien, können User sich mit ihrem Postfach vertraut machen.

Große Dateianhänge, aber kleines Postfach

Das Freemail-Paket von Arcor erlaubt mit bis zu 15 E-Mail Adressen deutlich mehr als die Konkurrenz. Auch 1500 Megabyte Gesamtspeicherplatz klingt zunächst viel versprechend. Doch nur magere 50 Megabyte E-Mail-Speicher stellt Arcor seinen Nutzern für das Postfach zur Verfügung. Nur beim siebtplatzierten web.de ist der Postfach-Speicher noch kleiner. Dafür können Arcor-Nutzer E-Mail-Anhänge bis zu einer Größe von 35 Megabyte verschicken - kaum ein anderer Freemail-Anbieter erlaubt mehr.

Das Postfach ist sehr übersichtlich angeordnet. Nutzer navigieren bei Arcor anders als bei vielen anderen Freemail-Anbietern über eine horizontale Menüleiste. Komfortabel und gut grafisch umgesetzt sind die Quicklinks, die schnell zum gewünschten Mail-Ordner führen. Auch der Nutzer-Status ist gut sichtbar und verrät sofort, für welches Paket man sich registriert hat.

Zum Leistungsspektrum bei Arcor zählen: Spamschutz und die Prüfung von Maileingängen auf Viren, Autoresponder- und Filter-Funktion sowie POP3-Zugang zum Konto. Optionen wie der Versand einer Empfangsbestätigung, Lesebestätigung, Rechtschreibprüfung, HTML oder Änderung der Schriftgröße stehen dagegen nicht zur Verfügung.

Es gibt diverse Kontaktmöglichkeiten unter dem Punkt "Kontakt" im Header der Seite. Um das Kontaktformular aufzurufen, werden dem Kunden jedoch erst einmal vier Möglichkeiten zur Wahl gestellt: Ist man 1. noch kein Vodafone-Kunde und hat Interesse privater Natur, 2. noch kein Kunde und potentieller Business-Kunde, 3. bereits im Besitz einer Arcor-Free-Mail-Adresse oder 4. bereits Kunde? Je nach Auswahl gelangen Nutzer (Nichtkunden) auf Angebotspakete oder Kontaktformulare. Kunden und Besitzern einer Arcor-E-Mail-Adresse stehen zudem kostenpflichtige Rufnummern einer Kundenbetreuung zur Verfügung. Lediglich die Störungsannahme ist kostenfrei. Leichter ans Ziel gelangen Nutzer über das Impressum. Hier sind die Telefonnummern der kaufmännischen Kundenbetreuung und Störungsannahme (kostenfrei) sowie E-Mail info@arcor.net zu finden.

Telefonische Kommunikation unmöglich

Je nach Art der Kontaktaufnahme kommt der Vergleichstest zu ganz gegensätzlichen Urteilen: Auf Anfragen, die im Rahmen des Anbieter-Tests über das Kontakt-Formular gestellt wurden, erhielten wir innerhalb von zwölf Stunden eine Antwort aus dem Kundencenter. Diese war als pdf angehängt und korrekt und ausführlich beantwortet.

Die telefonische Kundenbetreuung der Online-Dienste versagte im Praxistest hingegen auf ganzer Linie: Der Service soll über eine kostenpflichtige 0900er-Rufnummer erreichbar sein - zumindest in der Theorie. Vier Versuche über verschiedene Festnetz-Anschlüsse führten jeweils über die Kostenansage zum Annahmesignal. Danach flogen wir jedes Mal aus der Leitung. Nach dem viertem Versuch haben wir aufgegeben. Ein Versuch über Handy führte auch nicht weiter: Lediglich die Ansage "Rufnummer unbekannt" ertönte.

Zum Vergleichstest

 Arcor - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 2,8  
  Internetauftritt 1,2   5-01  
  Leistung 2,5   3-5  
  Service 4,6   0-5  
     
   
     
 

GMX im Test

Testsieger GMX - Der Service macht den Unterschied

 
  GMX ist Testsieger mit der Note Gut (2,0) gmx
Eine Fülle von Optionen, ausreichend Speicherplatz und kompetenter Service auch per Telefon - das sind die Grundzutaten für den Sieg in unserem großen Freemail-Vergleichstest. Spitzenreiter Gmx macht fast alles richtig, muss sich aber auch ein paar Kritikpunkte gefallen lassen. So fielen unseren Testern beispielsweise die aufdringliche Platzierung so genannter Partnerangebote negativ auf. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt einen starken Mail-Service geboten, der kaum Wünsche offen lässt.
 

 

Getestet von MK

Global Message eXchange - besser bekannt unter der Abkürzung GMX - ist seit vielen Jahren als Freemail-Anbieter gut im Geschäft. Der zur United Internet AG gehörende Dienst ist bereits heute Anlaufpunkt für mehrere Millionen Kunden in Deutschland - und dürfte mit dem Sieg in unserem Vergleichstest noch einige User mehr gewinnen. Schon der erste Blick auf die ansonsten nicht gerade klar strukturierte Homepage von gmx.de macht klar, dass der Freemail-Dienst im Mittelpunkt des Angebots steht. Zwar versteht sich GMX als „Rundum sorglos"-Portal mit diversen Shopping-, Info und Unterhaltungsmöglichkeiten - aber das Login zum Posteingang ist stets nur einen Klick entfernt.

gmx-screenshot

Kostenloser Service - Werbung inklusive

Der Registrierungsprozess geht - wie es sich für einen Testsieger gehört - schnell von der Hand. An mehreren Stellen wird der User darauf hingewiesen, dass der Dienst kostenlos ist. Wer ein neues Konto anlegen will, muss Name, Adresse und Geburtsdatum eingeben und darf sich dann seinen E-Mail-Adresse aussuchen. Zum Abschluss landet der GMX-Neuling jedoch leider nicht auf seiner Posteingangsseite, sondern muss sich erst einmal mit aufdringlichen Werbeangeboten auseinandersetzen. Wer hier nicht richtig aufpasst und voreilig klickt, hat schnell ein Zeitschriftenabo abgeschlossen. Ein klarer Minuspunkt für GMX! Es folgt eine weitere „Zwischenseite", auf der es einerseits Tipps zur Bedienung, aber auch (werbefinanzierte) Angebote für weitere Upgrades gibt - erst dann gelangt man schließlich zu seinem Posteingang. Schnell ist klar - Werbung gehört zum GMX-Alltag dazu. Wer sich dadurch gestört fühlt, sollte sich einen anderen Anbieter suchen.

Wer bei der Registrierung einen langen Atem bewiesen hat, erhält im eigentlichen Mail-Dienst eine Fülle von Funktionalitäten. Zwar ist das Design nicht so klar und übersichtlich wie bei manchem Konkurrenten - doch das Gesamtangebot überzeugt. Zum Leistungsspektrum des Testsiegers zählen u.a. ein vollautomatischer Spam- und Virenschutz, POP3-Zugriff, eine mobile Version des Postfachs fürs Handy sowie die kostenlose Einrichtung von insgesamt fünf E-Mail-Adressen. Unter dem Navigationspunkt Optionen befindet sich die Ordnerverwaltung. Hier können Nutzer eigene Ordner anlegen, unterschiedliche Vorhaltezeiten einstellen oder die Darstellung ändern. Es gibt einen Autoresponder für Abwesenheitsnotizen und auch Signaturen, Quickfilter und Weiterleitungsfunktionen können eingerichtet werden. Wie die Konzernschwester WEB.de, setzt auch GMX auf Strom aus erneuerbaren Quellen (wie Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft. Die klimafreundlichen Postfächer nützen sicher in zweifacher Hinsicht: der Umwelt und dem Marketing.

Bestnote danke Hotline

Im Vergleich zu den anderen getesteten Freemail-Anbietern liegt das Münchner Unternehmen mit einem Gigabyte Postfach-Speicher nur im Mittelfeld. Auch in Bezug auf die mögliche Größe von Dateianhängen ist gmx eher Mittelmaß. Das Unternehmen erlaubt E-Mail-Anhänge bis zu 20 Megabyte - ausreichend um Dateien und Bilder zu verschicken.

 

GMX rettet die Ehre der Freemail-Hotlines: Als einziger Anbieter konnte das Münchner Unternehmen in Bezug auf die Erreichbarkeit des Kundencenters Punkte holen. Zwar stellt auch GMX nur eine teure 0900er-Rufnummer zur Verfügung, dafür benötigten wir lediglich einen kurzen Anruf um unsere Fragen mit einer Servicemitarbeiterin zu klären. Die automatische Leitung über Tastenwahl zum entsprechenden Ansprechpartner ist zunächst kostenlos. Kleiner Wermutstropfen: Leider brachte die Anfrage über E-Mail und Support-Formular kein Ergebnis. Als Antwort kam eine automatisch generierte Mail mit dem Verweis auf die FAQ-Seite zurück.

Zum Vergleichstest

 GMX - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 2,0  
  Internetauftritt 1,2   5-01  
  Leistung 1,5   4-5  
  Service 3,8   1-5  
     
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