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Freemail-Anbieter im Vergleich

Test: Kostenlose E-Mail Anbieter

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Statistisch betrachtet besitzt jeder Bundesbürger eine E-Mail-Adresse. Meist kostenlos, denn in Deutschland tummeln sich ungezählte eMail Anbieter, die E-Mail-Postfächer vor allem durch Werbung refinanzieren. Getestet.de nahm einen ersten Test im August 2010 zum Anlass, die wichtigsten Anbieter erneut zu vergleichen. Überraschend: Testsieger ist Windows Live Hotmail, der im Oktober runderneuerte Dienst des Software-Riesen Microsoft. 
 
  1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz  
           
  hotmail-logo yahoo google-mail-logo t-online  
  zum Anbieter zum Anbieter zum Anbieter zum Anbieter  

 

Getestet von CMa

E-Mail zum Nulltarif ist eine sogenannte Killerapplikation - ein Angebot, an dem kaum ein Internetnutzer vorbeikommt. Nahezu jeder, der im Internet unterwegs ist, besitzt eine E-Mail-Adresse. Meist sogar mehrere bei unterschiedlichen Anbietern. Nachdem unser Freemail- Test im Sommer für lebhafte Diskussionen über den idealen Anbieter sorgte, haben wir uns einen erneuten Überblick zum aktuellen Stand verschafft. Getestet.de prüfte die Angebote der sechs im Testzeitraum reichweitenstärksten Anbieter (Quelle: alexa.com): Google Mail,  Yahoo! Mail, T-Online, Freenet, Web.de und Windows Live Hotmail.

Note Gut für Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail

Wie schon im ersten Test erreichte kein Teilnehmer ein Sehr gut. Immerhin finden sich mit Windows Live Hotmail (2,2) und Yahoo! Mail (2,2) zwei Anbieter mit der Bewertung Gut im Testfeld. Ein Befriedigend erhielten Google Mail (2,7) und T-Online (2,9). Die Schlusslichter sind Freenet (3,0) und Web.de (3,0).

 

Freemail für alle

Jeder E-Mail-Nutzer hat eigene Präferenzen.  Zwei Nutzergruppen können hier vor allem unterschieden werden. Die eine Gruppe installiert auf dem Rechner ein E-Mail-Programm wie Thunderbird, Outlook oder IncrediMail, um Nachrichten vom E-Mail-Konto abzurufen. Hier spielen Schlagwörter wie Art des Übertragungsprotokolls, Synchronisation von E-Mail und Adressbuch, Push-Dienst oder mobile Schnittstellen eine wichtige Rolle. Anwenderkenntnisse sind von Vorteil, aber dafür ersparen sich diese Nutzer Werbung in Form von Bannern oder an E-Mail-Nachrichten angehängte Produktempfehlungen.

Die zweite Gruppe ruft E-Mails ohne zusätzliches Programm direkt über das Portal des Anbieters ab, surft also zum Beispiel auf eine Seite wie https://mail.google.com, um neue Nachrichten zu empfangen oder zu versenden. Hier liegt der Fokus auf möglichst reduzierter Werbung, sicherem Login, schnellen Prozessen (zum Beispiel beim Versenden oder Verwalten von Nachrichten) und einer klaren, übersichtlichen Struktur der Seite. Unerfahrene Nutzer oder Anwender, die nur selten online sind, bevorzugen den E-Mail-Verkehr über ein solches Webinterface.

Im Test stellten wir unter anderem das Webinterface in den Vordergrund, um der zweiten Nutzergruppe schnelle Orientierungshilfe zu geben. Im Detail bezieht der Test jedoch auch viele andere Anforderungen ein, die im Einzeltest die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Anbieters in Bezug auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer spiegelt.

Registrierung und Anmeldung

T-Online macht es den Nutzern etwas schwer, von der Startseite zur Registrierung für den kostenlosen E-Mail-Service zu gelangen. Alle Anbieter sichern die Registrierung mit einem Captcha ab. Das sind meist grafisch verzerrte Zeichenfolgen, die von Hand in ein Textfeld eingegeben werden müssen, um Missbrauch vorzubeugen.  Im Test waren diese Captchas gut lesbar und konnten im Zweifelsfall neu generiert werden - außer bei Google Mail. Hier wurde die gesamte Registrierungseite aktualisiert, was zur Folge hatte, dass bereits getätigte Angaben mitunter erneut eingetippt werden mussten. Ein weiteres Testkriterium: Wann erfolgt eine Deaktivierung oder Löschung des E-Mail-Kontos, wenn der Inhaber sich längere Zeit nicht einloggt? Im Kleingedruckten behalten sich alle Anbieter die Löschung von Karteileichen, ungenutzte E-Mail-Konten vor. Für den Nutzer kann das sehr ärgerlich sein, da dann alle Nachrichten verloren gehen. Google Mail und Windows Live Hotmail haben mit einer „Kontolebensdauer" von jeweils neun Monaten die meiste Geduld.

gmail-captcha

Wer das Captcha nicht entziffern kann, muss bei Googlemail die gesamte Registrierungsseite aktualisieren.
Dabei kann es vorkommen, dass auch weitere Angaben erneut eingetippt werden müssen.

Speicherplatz

Spitzenreiter beim kostenlosen E-Mail-Speicherplatz sind Yahoo! Mail und Windows Live Hotmail. Beide sichern dem Nutzer praktisch unbegrenzten Platz zu. Windows Live Hotmail richtet zunächst ein Postfach mit 5 GB (Gigabyte) ein, diese wachsen jedoch laut Anbieter mit den Bedürfnissen des Nutzers mit. Zum Vergleich: Dieser Speicherplatz entspricht ca. 500.000 gewöhnlichen Text-E-Mails, die im Postfach gespeichert werden können. Google Mail stellt derzeit circa 7,5 GB Speicherplatz zur Verfügung. Der Speicherplatz wird  automatisch in kleinen Schritten erhöht, kann aber auch nachgekauft werden. Die Speicherkapazitäten von T-Online (1 GB), Freenet (500 MB) und Web.de (12 MB) können nicht mithalten.

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Zeit für Bescheidenheit: Der Speicherplatz bei Web.de ist mickrig.

E-Mail-Client oder Webinterface?

Wer ein eigenes E-Mail-Programm nutzen möchte, kann das über das Übertragungsprotokoll  POP3 bei allen getesteten Anbietern tun. IMAP hingegen bieten nur Google Mail, T-Online und Freenet. Der Vorteil von IMAP: Nachrichten werden nicht lokal heruntergeladen, sondern können vom E-Mail-Programm aus direkt auf dem Server verwaltet werden. Das ist sinnvoll bei mehreren PCs oder mobilen Endgeräten. Bei Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail ist die Aktivierung von IMAP nur mobil möglich. Web.de bietet IMAP nur gegen Aufpreis an.

Wer seine E-Mails über das Webinterface verwaltet, wird bei allen Anbietern im Test mit Werbung konfrontiert. Zurückhaltend geben sich Google Mail und Windows Live Hotmail. Google scannt den E-Mail-Verkehr und bietet mehr oder weniger dazu passende, dezent platzierte Textwerbung an. Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail blenden größere Banner ein, die jedoch weggeklickt werden können. Das sind positive Beispiele im Vergleich zu Web.de und Freenet, die ihre Nutzer mit Werbung geradezu fluten und dabei rücksichtslos wirken.

Extras: Filter und Festplatten

Die Freemail Anbieter im Test spendieren ihren Nutzern kostenlose Extras, die teilweise guten Mehrwert bieten. Spamfilter und Virenscanner sind bei allen Anbietern dabei. Leider funktionieren sie nicht überall gleich gut. Die Spamfilter, die eigentlich vor unerwünschter E-Mail-Werbung schützen sollen, lassen gerade diese Mails zum Teil ungehindert passieren, fangen Nachrichten von vertrauenswürdigen Absendern aber ab.

Onlinefestplatten ermöglichen es, auch große Dateien wie Bilder, Musikstücke oder gar Videos online zu speichern und in den meisten Fällen auch mit Freunden online zu teilen. Den größten Festplattenspeicherplatz bieten die kostenlosen eMail Angebote von T-Online und Windows Live Hotmail mit jeweils 25 GB und ansehnlichen Webinterfaces. Bei jedem Anbieter gibt es einen Kalender und ein Adressbuch, die sich bei Google Mail, Windows Live Hotmail und Yahoo! Mail auch mit anderen Endgeräten synchronisieren lassen. Windows Live Hotmail stellt zudem Webanwendungen aus dem Office-Paket von Microsoft zur Verfügung, so dass online Dokumente in Word, Excel oder Powerpoint erstellt und bearbeitet werden können. Ähnliches hat auch bei Google Mail mit dem Dienst „Texte & Tabellen" im Paket.

Details zu den einzelnen Vor- und Nachteilen finden Sie in den jeweiligen Einzeltests und der Vergleichsmatrix auf dieser Seite.

freemailer-featureubersicht

So testen wir

Insgesamt haben wir 64 Kriterien für unseren Test herangezogen. Der Bereich Internetauftritt (Gewichtung im Gesamtergebnis: 15 Prozent) fasst unter anderem zusammen, ob und wie sich der Nutzer auf der Startseite zurechtfindet, ob und wie Werbung geschaltet ist, Hilfe und Kontaktinformationen schnell erreichbar sind und wie schnell die Seite über eine moderate DSL 1000 Verbindung geladen wird. Der Bereich Leistung (Gewichtung im Gesamtergebnis: 75 Prozent) umfasst Speicherplatz, Größe von E-Mail-Anhängen, Übertragungsprotokolle, Registrierungsprozess, Komfortfunktionen im Webinterface, Anzahl der auswählbaren Domains und Aliasadressen und Zusatzfunktionen. Der Bereich Service (Gewichtung im Gesamtergebnis: 10 Prozent) untersucht Kontaktmöglichkeiten, Kosten, Erreichbarkeit und die Qualität der Antworten des Anbieters auf Test-Anfragen. Freemailer bieten meist kaum Servicefunktionen, die über ein Hilfeforum hinausgehen. Daher beeinflusst der Servicewert das Ergebnis nur marginal. Wer auf guten Service nicht verzichten möchte, sollte in den jeweiligen Einzeltests genauer auf diesen Bereich achten.

Fazit

Den Alleskönner unter den E-Mail-Anbietern zum Nulltarif gibt es bisher nicht. Der Markt ist in ständiger Bewegung, bewährte Angebote werden ausgebaut, neue kommen hinzu und setzen die Messlatte höher. Doch es gibt eine einfache Lösung: Mehrere E-Mail-Postfächer bei verschiedenen Anbietern. In der Praxis stellt sich schnell heraus, welcher Anbieter am ehesten den individuellen Vorstellungen gerecht wird. Einfach ausprobieren - es kostet schließlich nichts.

 

    Internetauftritt (15%) Leistung (75%) Service (10%) Gesamtnote Zum Anbieter  
                     
  hotmail-logo 1,6 4-5 1,4 4-5 4,8 2,2
Testbericht
 
  yahoo 2,9 3-0 1,5 4-5 4,5 0-5 2,2
Testbericht
 
  google-mail-logo 2,8 3-0 2,0 4-0 4,8 2,7
Testbericht
 
  t-online 2,2 4-0 2,8 3-0 4,5 0-5 2,9
Testbericht
 
  freenet 4,4 0-5 2,8 3-0 2,7 3-0 3,0
Testbericht
 
  web_de-logo 3,3 2-5 2,8 3-0 4,6 0-5 3,0
Testbericht
 
   
     
 

Yahoo! Mail im Test

Unbegrenzter Speicherplatz und hoher Mailkomfort

 
  yahoo-testsiegel-november_2011 yahoo
Testsieg um Haaresbreite verfehlt: Yahoo! Mail glänzt im Test mit unbegrenztem Speicherplatz für Mails, einem übersichtlichen Webclient, direkter Facebook-Einbindung, etlichen Komfortfunktionen und einer flotten Performance. Wer auf IMAP angewiesen ist, muss aber nach wie vor einen großen Bogen um den Freemailer des Internet-Urgesteins machen. Einzigartig: 500 Wegwerf-Mailadressen für ein spamfreies Postfach.
 

 

Getestet von CMa

Ähnlich wie Testsieger Windows Live Hotmail hat sich auch Internet-Urgestein Yahoo! einen Facelift für sein Mailprogramm gegönnt. Das alte Yahoo! Mail Classic bleibt weiterhin bestehen, allerdings bietet Yahoo! Mail dank Webtechnologie Ajax viele neue Komfortfunktionen für das E-Mail-Management ohne externen Mailclient. Wer den allerdings nutzen will, kann auch per POP3 auf sein Postfach zugreifen. Der POP3-Sammeldienst zum Abfragen anderer Postfächer fehlt nach wie vor. IMAP gibt es ebenfalls immer noch nicht. Das schmerzt, vor allem, wenn man von verschiedenen PCs auf seine Mails zugreifen möchte. Wer beide Protokolle benötigt, für den ist Yahoo! Mail keine Alternative. Immerhin: Wer sich per Handy oder mit anderen mobilen Geräten einwählen will, kann IMAP nutzen und je nach mobilem Betriebssystem sogar das Adressbuch synchronisieren.

Vier Maildomains zur Auswahl

Die Registrierung erfolgt schnell und unproblematisch. Sofort erfährt der User, ob seine Wunschadresse noch frei ist. Eine einfache Anzeige klärt über die Passwortsicherheit auf. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Vier Maildomains stehen zur Auswahl: yahoo.de, yahoo.com, ymail.com und rocketmail.com. Zwei Sicherheitsfragen kommen zum Einsatz, falls dem Nutzer einmal das Passwort entfallen sollte.

Facebook auf der Startseite

Die Startseite wirkt aufgeräumt und zeigt nicht nur die neuesten Mails, sondern auch Nachrichten von Freunden, mit denen man per Webstatus verbunden ist. Mit dem Dienst Sobees lassen sich außerdem die Statusmeldungen von den sozialen Netzwerken Facebook, MySpace, LinkedIn und dem Kurznachrichtendienst Twitter direkt in den Mailbereich einbinden. Jeder Nutzer kann eine zweite E-Mail-Adresse mit dem gleichen Account einrichten. Außerdem stehen 500 Wegwerfadressen mit dem Aufbau meinname@yahoo.com zur Verfügung. Eine prima Idee: Wer sich bei Webservices mit unsicherem Datenschutz anmelden will und Spam fürchtet, kann sich mit einer dieser Trash-Adressen registrieren, sie mit seinem Yahoo! Mail Account verwalten und jederzeit löschen, wenn die Spamflut überhandnimmt.

Tab-Navigation sorgt für Übersicht

Die Navigation auf der Hauptseite gelingt spielend. Im linken Seitenbereich können Postfachordner ausgewählt und Kontakte aufgerufen werden. Ordner können beliebig angelegt und Nachrichten per Mausbewegung verschoben werden. Eine Besonderheit sorgt für Ordnung: Yahoo! Mail verfügt - im Unterschied zum klassischen Yahoo! - über Tabs, also kleine Reiter, die sich oberhalb der vertikalen Navigationsleiste über das Mailfenster legen. Damit können unterschiedliche Aufgaben parallel erledigt werden, ohne dass die Übersicht verloren geht. Beispielsweise lassen sich mehrere Nachrichten gleichzeitig öffnen, schreiben oder vergleichen. Die Größe der einzelnen Fensterelemente kann sehr leicht durch das Verschieben der Begrenzungslinien angepasst werden. Yahoo! Mail zeigt gleichzeitig Postfach und Nachrichtentext an. Das Design des Webclients kann individuell angepasst werden. Für verspielte Naturen gibt es außerdem viele verschiedene farbige Briefpapiere. Bunt kommt zuweilen auch die Werbung daher. Ähnlich wie bei Windows Live Hotmail lässt sie sich für die aktuelle Sitzung wegklicken.

yahoomail-screenshot-mailfenster

Übersichtlich: Die Hauptseite von Yahoo! Mail ist weitgehend unkompliziert zu bedienen.

Unbegrenzter Speicherplatz und 25MB-Dateianhänge

Yahoo! Mail klotzt beim Speicherplatz: Der Mailspeicher wird vom Provider nicht begrenzt, so dass sich der Nutzer von keiner Mail trennen muss, wenn er es nicht will. Vorausgesetzt, man nutzt den Client regelmäßig: Nach spätestens vier Monaten kann Yahoo! gemäß AGB den Zugang zum Postfach sperren. Zwar lässt sich dieser wieder reaktivieren, die abgelegten Mails sind dann allerdings verloren. Auch der Dateianhang beim Versand darf üppig ausfallen: 25 MB können mit einer Mail verschickt werden. Ähnlich wie beim Testsieger gibt es aber auch hier einen Kniff, um diesen Wert zu vervierfachen. Yahoo! Mail bietet die Installation der Drop IO-Anwendung „Große Anhänge", mit der Anhänge von 100 MB verschickt werden können - sofern man sich bereit erklärt, die AGB und Datenschutzbedingungen von Drop IO zu akzeptieren. Der Hinweis „E-Mail oder andere Daten, die Sie in der Anwendung ‚Große Anhänge' angeben, können von Drop IO verwendet und gespeichert werden" klingt jedoch nicht vertrauenserweckend. Es ließ sich im Test nicht nachvollziehen, was mit den Daten geschieht. Daher flossen lediglich die 25 MB Mailanhang in unser Testergebnis ein. Die ebenfalls verfügbare Onlinefestplatte ZumoDrive stellt dem Nutzer 1 GB Speicherplatz für Fotos, Videos und andere Daten zur Verfügung.

Für Yahoo! Mail gehören Viren- und Spamkiller zum guten Ton. Der Spamfilter meint es allerdings zu gut: Er filterte im Test nicht nur alle absichtlich geschickten Spam-Mails heraus, sondern auch viele harmlose Nachrichten. Einstellmöglichkeiten sind jedoch vorhanden. Für wirklich gefährliche Mails gibt es die Blacklist.

Tipp: Eine Übersicht der wichtigsten Features finden Sie in der Matrix beim Vergleichstest.

Service via Mail oder Forum

Beim Service ist Yahoo! Mail Testsieger. Wer eine Frage hat, bekommt auf E-Mails auch eine Antwort. In unserem Fall innerhalb von 4 Tagen. Das ist nicht gerade schnell, aber besser als gar keine Reaktion. Im Vergleich zu unserem letzten Yahoo! Mail Test können wir feststellen, dass die Qualität der Mailantworten nicht schlechter geworden ist: Ausführlich, exakt und freundlich. Offiziellen Telefonsupport gibt es für Yahoo! Mail nicht. Wer nicht lange auf Antworten warten will, bemüht die FAQ, die Hilfe oder das Forum.

Zum Vergleichstest

 Yahoo! Mail - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 2,2  
  Internetauftritt 2,9   3-0  
  Leistung 1,5   4-5  
  Service 4,5   0-5  
     
   
     
 

Windows Live Hotmail im Test

Überzeugende Rundumerneuerung

 
  hotmail-testsieger-testsiegel hotmail-logoIm Sommer hatte Microsoft den Freemail-Service Windows Live Hotmail runderneuert. Unter dem Motto: „Das neue Einfach" verspricht das Windows Live Hotmail mehr und bessere Organisation für den täglichen E-Mail-Verkehr. Die Rechnung ist aufgegangen: Testsieg für die Redmonder. Zwar hauchdünn, aber verdient.
 

 

Getestet von CMa

Die Anmeldung bei Windows Live Hotmail ist schnell erledigt. Wer über die Windows-Website einsteigt, klickt sich zur Windows Live-Produktfamilie durch. Windows Live Hotmail bietet mehrere Domains an: hotmail.de, hotmail.com und live.de. Während der Anmeldung, bei der man eine sogenannte Live-ID erhält, lassen sich leider keine weiteren E-Mail-Adressen (Alias) einrichten. Wer mit mehreren Accounts jonglieren will oder einen Mailclient nutzt, kann sich natürlich weitere Konten anlegen.

Vertraute Umgebung für Windows-Nutzer

 

Optisch erinnert die Startseite an die Produkte aus dem Microsoft Office-Paket, vor allem an Microsoft Outlook. Wer das kennt, kommt auch mit dem neuen Windows Live Hotmail gut klar. Werbung muss man wie bei allen Freemail-Anbietern im Test auch hier ertragen, meist in Form von Bannern, die aber zumindest für die Zeit der aktuellen Session weggeklickt werden können. Über ein vertikales Menü können sämtliche Mailordner bequem angesteuert oder neue erstellt werden. Nachrichten lassen sich anschließend per Drag and Drop verschieben. Außerdem können Nachricht und Posteingang (Inbox) gleichzeitig betrachtet werden (auf Wunsch neben- oder untereinander): Das sorgt für Übersichtlichkeit.

Videos direkt im Mailfenster starten

 

Leider lassen sich nur maximal 35 Mails pro Inbox-Seite untereinander anzeigen. Glücklicherweise macht die Suchfunktion eine gute Figur, weil sie sehr fein eingestellt werden kann. Viren- und Spamschutz sind integriert, wobei der Spamschutz in unserem Test bei einigen fingierten Mails versagte. Glücklicherweise kann man Windows Live Hotmail in dieser Disziplin „trainieren". E-Mail-Adressen von willkommenen Absendern können in einer Whitelist gespeichert werden. Unerwünschte Absender in einer Blacklist. Gut gelungen sind auch das übersichtliche Adressbuch und der Kalender, der stark an Outlook erinnert und per E-Mail an Geburtstage erinnert. Weitere interessante Features: Videos zum Beispiel von YouTube können direkt im Mailfenster abgespielt und Nachrichten von Freunden aus sozialen Netzwerken wie Facebook in die Startseite werden. Der kostenlose Messenger kann nach vorheriger Installation ebenfalls direkt im Mailfenster gestartet werden. Zu guter Letzt bietet Windows Live Hotmail mit „Spaces" sogar ein eigenes soziales Netzwerk an.

Fünf Gigabyte zum warm werden

 

Und was bietet Windows Live Hotmail unter der „Motorhaube"? Zunächst eine Menge Platz: Fünf Gigabyte Speicherplatz stehen einem dem Nutzer nach der Registrierung zur Verfügung. Microsoft verspricht aber, dass der Speicherplatz mitwächst - und zwar nicht in festen Abständen wie zum Beispiel bei Google Mail, sondern nach individuellem Bedarf. Im Prinzip ist der Speicherplatz also unbegrenzt. Kostenpflichtige Speicherplatzerweiterungen wie bei Google Mail gibt es nicht. 10 MB können als Anhang mit der eigenen Mail mitgeschickt werden. Hier landet Windows Live Hotmail nur auf dem vierten Platz im Test, da wir nur „echte" Dateianhänge bewertet haben. Theoretisch lässt sich der Mailanhang aber auf 10 GB erhöhen, und zwar in Kombination mit der Onlinefestplatte SkyDrive. Gute Idee, aber entsprechend große Dateianhänge können so natürlich auch nicht versendet werden, sondern nur Links zum Speicherort auf SkyDrive. Der Empfänger kann die Dateien dort mit Klick auf den Link betrachten oder herunterladen.

POP3 und Active Sync - aber kein IMAP

Externe Mailprogramme können per POP3 auf das Konto zugreifen. Wer Outlook verwenden will, kann sein Postfach mit einem Programm namens „Outlook Connector" verbinden. Der POP3-Sammeldienst erlaubt es, bis zu fünf weitere Mailkonten mit Windows Live Hotmail abzurufen. Schwach: Auch das neue Windows Live Hotmail bietet kein IMAP. Dafür spendiert das Unternehmen eine kostenlose und schnell eingerichtete Synchronisierung mit mobilen Geräten. Per Exchange Active Sync lassen sich Inhalte aus Windows Live Hotmail mit iPhone, Nokia-Handys, Blackberry und natürlich Windows Mobile Phones abgleichen. Sogar Push-Mail lässt sich auf diese Weise realisieren.

Mit Word & Co. auf der Onlinefestplatte

 

Windows Live Hotmail fügt sich nahtlos in die Windows Life Suite ein, die alle Onlineservices von Microsoft bündelt (z.B. Fotogalerie oder Movie Maker). Innerhalb von Windows Live Hotmail erreicht man sämtliche Anwendungen über einen breiten Navigationsbalken. Mit SkyDrive bekommt der Nutzer eine mit 25 GB üppig ausgestattete Onlinefestplatte gleich mit dazu. 5GB davon lassen sich sogar mit der Festplatte im eigenen Rechner synchronisieren. Das geht so: Microsoft bietet mit den sogenannten Windows Live Essentials eine Reihe von Programmen, die lokal mit den Windows Live Services zusammenarbeiten. Dazu gehört auch Windows Live Mesh. Das Programm überträgt Ordner von der Festplatte des Users auf dessen SkyDrive und hält die Inhalte synchron. Wenn auf dem PC oder im Netz Dateien verändert werden, übernimmt die Software die Änderungen automatisch. Außerdem ermöglicht es den Fernzugriff auf jeden beliebigen Rechner, der ebenfalls Mesh installiert hat.

hotmail-nachinstallation-der-live-essentials

Per Downloader lassen sich Programme aus der Windows Live Suite installieren,
u.a. Live Mesh zum Synchronisieren der Festplatte und die Onlinefestplatte SkyDrive.

Stichwort: Onlinezusammenarbeit. Ähnlich wie Google spendiert auch Microsoft seinen Nutzern abgespeckte Webapplikationen seiner Officeprogramme: Word, Excel, PowerPoint und OneNote-Dokumente lassen sich damit direkt aus dem Mailfenster starten oder online erstellen, teilen und gemeinsam mit anderen bearbeiten.

Tipp: Eine Übersicht der wichtigsten Features finden Sie in der Matrix beim Vergleichstest.

Schattenseite: der Service

 

Viel Licht, aber auch Schatten. Und der verdunkelt bei den Freemail-Anbietern im Test vor allem die Kategorie „Service". Telefonsupport gibt es bei Windows Live Hotmail nicht. Offiziell wird den Nutzern über ein Hilfesystem und ein Forum geholfen oder über ein Kontaktformular. Nach gerade noch erträglichen drei Tagen erhielten wir Antwort auf unsere Testanfrage per E-Mail - allerdings nicht mit verwertbaren Informationen, sondern dem dämlichen Hinweis, ein anderes Kontaktformular zu benutzen. Im zweiten Anlauf gab es dann überhaupt keine Reaktion mehr. Im  Forum häufen sich denn auch Kommentare von verzweifelten Nutzern, die Probleme mit ihrem Postfach haben und keinerlei Support erhalten. Prinzipiell gilt: Bei sensiblen Daten oder geschäftlicher Nutzung des Postfachs ist bei Windows Live Hotmail genauso Vorsicht geboten wie bei den anderen Freemail-Anbietern im Test. Der mangelnden Servicebereitschaft im Problemfall sei es gedankt. Trotzdem die Note Gut für Windows Live Hotmail auf Grund des überzeugenden Gesamtpakets.

Zum Vergleichstest

 Windows Live Hotmail - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 2,2  
  Internetauftritt 1,6   4-5  
  Leistung 1,4   4-5  
  Service 4,8    
     
   
     
 

Web.de im Test

Werbeschleuder mit Sicherheitszertifikat

 
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Die rote Laterne geht an Web.de. Der Service ist bei nahezu keinem Testkriterium auf der Höhe der Zeit. Nur in einem Punkt eilt web.de allen Anbietern im Test voran: Wenn es darum geht, seinen Nutzern mit Spamattacken und Werbetrommelfeuer auf die Nerven zu gehen.
 

 

Getestet von CMa

Der Freemail-Anbieter web.de befindet sich gegenwärtig auf dem Stand der 90er Jahre, als 12 MB kostenloser Speicherplatz für E-Mails eine Sensation waren. Heute kann das nur als Witz bezeichnet werden. Da passt es, dass auch die Dateianhänge maximal 4 MB groß sein dürfen. Andernfalls verweigert das Postfach den Dienst. Wie bei Freenet und Yahoo! Mail wird das Konto nach sechs Monaten Inaktivität gelöscht. Besonders übel: Es gibt ein Nachrichtenlimit. Sind 500 Nachrichten im Postfach, macht web.de den Deckel zu und lässt keine weiteren E-Mails mehr durch. Jeder halbwegs moderne Trend, den andere Anbieter für ihre Nutzer umgesetzt haben, scheint an web.de vorbeigerauscht zu sein. Die Vermutung liegt nahe, dass der kostenlose Mailservice absichtlich an der kurzen Leine gehalten wird, um den Nutzern für 60,- Euro das Premiumangebot web.de Club verkaufen zu können.

Willkommen im Club

 

Um dem Neukunden sofort klarzumachen, dass die Nutzung des kostenlosen Dienstes nicht im Unternehmensinteresse ist, setzt web.de auf eindringliche Werbung und Methoden, die an Abofallen erinnern. Die Registrierung funktioniert noch reibungslos und schnell. Doch kaum ist der Registrieren-Button geklickt, öffnet sich eine ganzseitige Anzeige, die von den Vorzügen einer Mitgliedschaft im web.de Club schwärmt und einen kostenlosen ersten Monat verspricht. Wer dort ein Häkchen setzt und nicht binnen 14 Tagen von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, darf dann 12 Monate lang monatlich 5,- Euro Beitrag zahlen.

Wer das kostenlose Postfach nutzen möchte, muss den kleinen Link im rechten oberen Winkel der Seite klicken.

Im Postfach warten nach der Registrierung bereits zwei E-Mails von web.de zur Begrüßung. Ab hier ist höchste Vorsicht geboten, denn jede unbedachte Handlung kostet jetzt bares Geld! Eine E-Mail informiert über die dürftigen Features des Freemail-Angebotes und lobt web.de als sogenannten Testsieger (der besagte Test ist allerdings längst überholt und stammt aus dem Jahre 2006). Außerdem wird die Nutzung der Hotline empfohlen - für unverschämte 1,86 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz.

Die zweite Mail geht dann richtig zur Sache und zeigt, was dem Nutzer mit seinem kostenlosen web.de-Postfach blüht: Eine als „tolles Geschenk" getarnte Werbung für die Mitgliedschaft in einer Online-Videothek. „Komplett kostenlos", verspricht web.de. Das ist natürlich nicht ganz aufrichtig: Wer auf das Angebot klickt und nicht genau aufpasst, schließt ein Jahresabo ab. Für 164,89 Euro! Es ist eigentlich egal, was der Nutzer anschließend in seinem Postfach macht - wohin er klickt, er wird meistens auf Werbung gelenkt, entweder für das Premiumangebot, für teure Mitgliedschaften oder für als Auktionen getarnte Massenabverkäufe auf ebay.

Juristisch ist das alles sauber, aber für viele Nutzer kein Vergnügen. In vielen Internetforen treffen sich web.de-Kunden, schimpfen auf den Anbieter und klagen über teure Abos.

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Auch die Hauptnavigationsseite von web.de wird bereits für jede Menge Werbung genutzt.

Kostenloses Zertifikat inklusive

Es war die Überraschung im Test, aber web.de kann als Freemail-Anbieter mit einigen Leistungen durchaus Punkte machen. Der Mailabruf per POP3 und ein Sammeldienst für andere Mailkonten sind verfügbar, es gibt eine eigene Seite für den Abruf von Nachrichten mit mobilen Geräten, Autoresponder und Weiterleitung lassen sich einfach konfigurieren. Nichts, was die anderen Anbieter nicht auch hätten, aber Funktionalität ist gewährleistet. Als einziger Freemailer spendiert Web.de dem Nutzer ein kostenloses Verschlüsselungszertifikat für den sicheren E-Mail-Verkehr. Mithilfe der digitalen Signatur kann die Integrität von Mails bestätigt und sichergestellt werden, dass sie unverändert beim Empfänger ankommen. Dafür gab es von der Fachzeitschrift PC Pr@xis ein Testsiegel. Das war im Juli 2008. Bei web.de ist die Freude darüber noch heute so groß, dass das Siegel als Empfehlung auf der Webseite klebt (recht klein und unscharf, so dass das veraltete Datum nicht sofort ins Auge sticht).

Faxzentrale im Mailkonto

 

Über die Startseite des Postfachs können Passwörter von Webservices gespeichert sowie Zugangsdaten zu Facebook und anderen Netzwerken verwaltet werden. Weiterhin bietet web.de als einziger Freemail-Anbieter im Test einen kostenlosen Fax-Service: Jeder Nutzer kann sich eine eigene Faxnummer zuteilen lassen, mit der er gratis Faxe und Voicemails empfangen kann, die dann per E-Mail abgelegt werden. Wer selber faxen will, muss zuerst Webcents erwerben (1 Webcent = 1 Eurocent). Pro Inlandsfax werden dann 30 Webcent fällig. Webcents lassen sich aber auch für SMS und MMS einsetzen.

Klickorgie statt Navigation

 

Die Navigation im Mailcenter ist eher eingeschränkt. Die Seite ist mit Werbung gepflastert. Die Navigationselemente im linken Seitenbereich funktionieren zum Teil nicht bzw. nicht so, wie es zu erwarten wäre. Das Adressbuch öffnet sich unpraktischer Weise in einem neuen Fenster. Inbox und E-Mail-Inhalte können nicht gleichzeitig neben- oder untereinander angezeigt werden. Klickorgien sind so programmiert und ein schnelles Durchsehen der E-Mails nicht möglich. Das Übertragungsprotokoll IMAP ist für den Freemail-Service nicht verfügbar (dafür aber im Premiumangebot). Weitere Extras: Ein Online-Fotoalbum, die Onlinefestplatte SmartDrive mit 100 MB und ein Kalender.

Tipp: Eine Übersicht der wichtigsten Features finden Sie in der Matrix beim Vergleichstest.

Service: Hilfe nur gegen Geld

Web.de bietet die oben bereits erwähnte Hotline für den Kundensupport an. Für 1,86 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz sollten sich Hilfesuchende möglichst kurz fassen. Immerhin ist die automatische Bandansage kostenfrei. Erst nach einem Piepton tickt der Gebührenzähler - im Test mussten wir zehn  Sekunden auf die Vermittlung zu einem Serviceberater warten. Um Telefongeld zu sparen haben wir unsere Testanfrage aber lieber doch per E-Mail formuliert. Das wurde abgebürstet mit dem Hinweis: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir an dieser Stelle leider nicht persönlich auf Ihre E-Mail antworten können." Nicht nur für dieses völlig unzureichende Serviceverständnis hat sich web.de den letzten Platz im Test verdient.

Zum Vergleichstest

 Web.de - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 3,0  
  Internetauftritt 3,3   2-5  
  Leistung 2,8   3-0  
  Service 4,6   0-5  
     
   
     
 

Google Mail im Test

Schneller Alleskönner ohne Support

 
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0,07 Sekunden. Das ist die Ladezeit der Webmail-Startseite von Google mit einem DSL 1.000 Anschluss. Und ähnlich flott geht es auch beim Anzeigen, Umgruppieren und Verwalten der elektronischen Post zu. Google ist grafisch schlicht und legt dank Ajax-Technologie eine immense Performance hin. Auf der Habenseite: 7,5 GB Speicherplatz, POP3, IMAP, Handysynchronisation und viele innovative Features. Allerdings ist das nicht jedermanns Geschmack.
 

 

Getestet von CMa

Zur Anmeldung für den Freemailer muss der Nutzer ein Google-Konto eröffnen. Einfach auf der Google-Startseite im oberen Navigationsbereich auf Mail klicken, das Formular ausfüllen und eine Mailadresse aussuchen. Gut überlegt sollte die schon sein, denn Google bietet außer der Endung googlemail.de keine weiteren Domains als Alias an. Das Postfach fasst 7,5 GB Speicherplatz. Bedenkt man, dass Google vor fünf Jahren „lediglich" 1 GB zur Verfügung stellte, ist der Speicherplatz rein rechnerisch jedes Jahr um 1,3 GB gewachsen. Auch wenn es nicht in diesem Tempo weitergeht, sind 7,5 GB ein üppiges Polster für eine Menge Mails - das zweithöchste im Test. Dateianhänge können 25 MB groß sein: Auch damit landet Google Mail auf dem zweiten Platz.

Transferprotokolle: POP3 und IMAP

Punkten kann Google Mail auch mit Leistungen wie Spam-Schutz (funktionierte im Test sehr zuverlässig), Signaturen, Abwesenheitsnotizen, Weiterleitungen, Filteroptionen sowie Adressimporten aus anderen Webmail- und POP-Konten. POP3 und IMAP stehen für den Transfer von Mails mit externen Clients zur Verfügung. Bis zu fünf weitere Mailkonten von anderen Providern können per POP3 abgeholt und direkt mit Google Mail verwaltet werden.

Labels für die Übersicht

Google wäre nicht Google, wenn es nicht einiges anders machen würde als die Konkurrenz. Ordner heißen hier beispielsweise Labels und können wie Sticker auf Mails „aufgeklebt" werden. Im Unterschied zu herkömmlichen Ordnern sortieren sich die Nachrichten nach dem „Labeln" automatisch in einen entsprechenden Bereich im Posteingang. Vor allem die Möglichkeit, Farben und Namen der Label frei zu bestimmen, schafft eine große Flexibilität und sorgt für Übersicht.

Google denkt mit: Der sortierte Eingang

Der sogenannte „sortierte Eingang" macht sich die Google-Intelligenz beim Bewerten von Content zunutze: Das Mailprogramm analysiert fortwährend den Mailverkehr und das Verhalten des Nutzers und sortiert auf Wunsch den Posteingang nach persönlicher Priorität. Da erscheint dann die Nachricht mit dem täglichen Mailkontakt ganz oben und eine anscheinend unwichtige Mail relativ weit unten im Posteingang.

Suchen statt Sortieren

Noch ein Google-Alleingang: Bislang wurden zusammenhängende Kommunikationsstränge (Mails und ihre Antworten und deren Antworten usw.) in sogenannten Konversationen zusammen angezeigt. Das macht zwar manchmal Sinn, gefiel aber vielen Nutzern trotzdem nicht. Inzwischen kann man diese Ansicht über das Optionenmenü abschalten. Trotz dieser innovativen Features leidet die Übersicht vor allem deswegen, weil Google Mail Posteingang und Nachricht nicht gleichzeitig anzeigen kann. Es gilt also immer wieder zurückzuklicken, wenn eine Nachricht gelesen wurde, um in die Liste der Mails zu gelangen. Ebenfalls nicht optimal: Nachrichten können nicht sortiert werden. Es ist erstaunlich, dass Google Mail dieses elementare Feature bislang nicht implementieren wollte. Klar: Google lebt vom Suchen und daher will auch Google Mail, dass mit der Suchfunktion gesucht und nicht nach Name, Mailadresse oder Thema sortiert wird. Das führt natürlich dazu, dass auch die Suchergebnisse nicht weiter gefiltert werden können, falls mehrere Mails den gesuchten Kriterien entsprechen.

Push-Mail für (fast) alle

Weitere Features: Google Mail ermöglicht über das persönliche Google Konto den Zugriff auf einen sehr intuitiv zu bedienenden Kalender, den RSS-Reader und den Dienst „Texte & Tabellen" (Google Documents), mit dessen Hilfe online Dokumente, Tabellen, Präsentationen und Grafiken angefertigt und mit anderen geteilt werden können. Mit Vorsicht zu genießen: Zwar bietet Google den Import von Officedokumenten an, es kommt aber häufig vor, dass beim Konvertieren ins Webformat das Layout zerstört wird. Per nachträglicher Softwareinstallation ermöglicht der Webclient auch einen Voice- und Videochat direkt von der Mailseite. Mobiltelefone finden schnell Anschluss: Entweder mobil über den Browser oder mit Hilfe von Google Sync für Blackberry, Windows Mobile, das iPhone und das Nokia S60. Bei den meisten Geräten kommt hierbei das Exchange ActiveSync-Protokoll von Microsoft zum Einsatz.

Tipp: Eine Übersicht der wichtigsten Features finden Sie in der Matrix beim Vergleichstest.

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Hilferuf im Google Forum. Nicht immer erhalten die Nutzer schnellen und umfassenden Support.

Datenschutz: Immer wieder heikel

Werbung taucht im Webclient vor allem in Form von GoogleAds, den für Google typischen Textanzeigen auf - aber nicht in den Mails selbst. Um die Werbung passend zu den angezeigten Mails einzublenden, analysiert das System fortwährend den Inhalt der angezeigten Mails. Hierbei kann man schon ein mulmiges Gefühl bekommen. Auch ein Blick in die AGB und die Datenschutzbestimmungen (hier vor allem der Bereich „Weitergabe von Informationen") sollten zumindest diejenigen Nutzer riskieren, die sich um ihre Privatsphäre sorgen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Zum Thema Service hat sich nichts im Vergleich zum letzten Test geändert: Google bietet nach wie vor keinen Telefonsupport an und auch der E-Mail-Support ist auf extreme Ausnahmesituationen beschränkt. Wer Probleme mit seinem Account hat, ist also in den meisten Fällen auf das Hilfeforum angewiesen.

Zum Vergleichstest

 Google Mail - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 2,7  
  Internetauftritt 2,8  
  Leistung 2,0  
  Service 4,8  
     
   
     
 

T-Online im Test

Die Bonner auf dem vierten Platz

 
  t-online-testsiegel-november_2011 t-online
Der Freemail-Service von T-Online muss im Test einige Federn lassen, weil die Konkurrenz einfach mehr Features bietet. Wer jedoch einen überschaubaren Freemail-Anbieter sucht und auf IMAP, POP und mehrere gleichzeitige E-Mail-Adressen in einem Account nicht verzichten will, ist hier gerade richtig.
 

 

Getestet von CMa

T-Online gibt sich unverkrampft und wirbt für seinen Dienst als das kostenlose E-Mail-Konto für jedermann: „Einfach anmelden, Traumadresse sichern und sofort den Komfort des webbasierten E-Mail-Zugangs mit Terminkalender genießen." So einfach ist es aber nicht, denn von der T-Online-Startseite benötigt man nicht weniger als vier Klicks um zum Eröffnungsdialog des Freemail-Angebotes zu  gelangen. Der ist dann allerdings auch narrensicher gestaltet. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind gut sichtbar. Der Nutzer kann optional entscheiden, ob seine Daten für Marketingzwecke verwendet werden dürfen und ob der Spamschutz eingeschaltet werden soll. Solche Entscheidungsfreiheiten sind bei Freemail-Anbietern eher selten.

Große Dateianhänge sind kein Problem

 

Die technischen Rahmenbedingungen hören sich gut an: 1 GB Speicherplatz für E-Mails sind nicht üppig, aber doch wesentlich mehr als bei Anbietern wie web.de (12 MB).  Bei der erlaubten Größe für E-Mail-Anhänge setzt sich T-Online an die erste Position: 32 MB können im Mailanhang gesendet werden. Empfangen werden können Mails sogar mit bis zu 50 MB Anhang. T-Online erlaubt die Abfrage von Mails mit den Protokollen POP3 und IMAP. Per POP3-Sammeldienst können die Nachrichten von bis zu drei anderen Mailprovidern abgeholt werden. Zusätzlich zur ersten Mailadresse dürfen Nutzer noch weitere neun Adressen anlegen.

Aufgeräumtes Postfach mit wenig Anpassungsbedarf

 

Die Startseite des E-Mail-Postfachs ist übersichtlich und schlicht gehalten. E-Mails und Inbox können parallel angezeigt werden. Leider lassen sich die Fenster nicht in ihrer Größe anpassen, so dass eine relativ kleine Ansichtsfläche zur Verfügung steht. Werbung streut T-Online in den Mails und über Banner im rechten Seitenbereich und zusätzlich im Nachrichtenfenster. Dies aber nur, bis der Nutzer seine Post lesen möchte und die E-Mails in der Inbox anklickt. Im linken Seitenbereich hat der Nutzer Zugriff auf Posteingang, Adressbuch, Kalender und Einstellungen. Kleine Extras wie Uhr, Postfachgröße, Messenger oder einen Newsticker können im Postfach hinzu oder weggeschaltet werden. In der kostenlosen Version bietet das Postfach nur den Versand von E-Mails und E-Mail-Grußkarten an. Alle anderen Services von T-Online (SMS, MMS, Fax) gibt es nur für Bezahlkunden.

t-online-mediacenter

Das T-Online Mediencenter bietet 25 GB Speicher.
Inhalte lassen sich, wie hier ein Fotoalbum, per "Share"-Funktion mit anderen teilen.

T-Online löscht Spam ungefragt

 

Die Übersicht im Mailpostfach ist vorbildlich: Es ist kein Problem, 100 Mails auf einer Seite darzustellen. Ordner können leicht erstellt und per Drag and Drop bestückt werden, Mails lassen sich nach vielen Kriterien filtern, allerdings nur eingeschränkt durchsuchen. Ähnlich wie Yahoo! Mail bietet T-Online Reiter über dem horizontalen Menü, mit denen bequem zwischen verschiedenen laufenden Tasks (Adressbuch, E-Mail schreiben, E-Mail lesen usw.) hin-und hergeschaltet werden kann. Virenschutz und Spamfilter sind automatisch mit an Bord. Vorsicht bei der Ersteinrichtung: Spam wird in den Grundeinstellungen nicht in den Spamordner verschoben, sondern sofort gelöscht. Um bei einem Fehlalarm die E-Mail nicht zu verlieren, muss in den Optionen eingestellt werden, dass verdächtige E-Mails erst im Spamordner aufbewahrt werden und nach Sichtung von Hand gelöscht werden. Das betrifft auch die Voreinstellungen bei Inaktivität des Postfachs. T-Online behält sich die Löschung des Accounts nach sechs Monaten vor,  E-Mails aber werden schon nach 90 Tagen gelöscht. Zu empfehlende Einstellung in den Optionen, um dies zu unterbinden: Unbegrenzte Aufbewahrungszeit.

Outlook synchron halten und Daten online sichern

 

Mit der Software DataSync Outlook lässt sich T-Online Mail mit Outlook synchron halten. Einen Abgleich des Adressbuches mit mobilen Geräten gibt es jedoch nicht. Sehr gut hingegen ist das Mediencenter mit 25 GB Speicherplatz für Fotos, Videos und Dateien. Mit dem „Share"-Button lassen sich die Inhalte auch mit Freunden oder Kollegen teilen.

Tipp: Eine Übersicht der wichtigsten Features finden Sie in der Matrix beim Vergleichstest.

Service: Ein Trauerspiel

Per Telefon (0,14 Euro/Minute), Fax oder Kontaktformular können Nutzer mit T-Online in Verbindung treten. Es gibt auch ein Service-Forum und umfangreiche FAQs. Auf unsere Test-E-Mail erhielten wir zwar einen Autoresponder aber selbst nach 10 Tagen gab es keinerlei Antwort. Ein Tipp von getestet.de: Kontaktieren Sie das Telekom-hilft-Team auf Twitter. Die sind zwar nicht direkt für den Support des Freemail-Dienstes zuständig, helfen aber trotzdem schnell (https://twitter.com/telekom_hilft).

Zum Vergleichstest

 T-Online - Testbericht 
       
     
  Gesamtnote 2,9  
  Internetauftitt 2,2   4-0  
  Leistung 2,8   3-0  
  Service 4,5   0-5  
     
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