wetter.com im Test

Mehr als nur der Wetterbericht

 
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Die Profi-Wetterfrösche von wetter.com schicken ihren Kunden jeden Morgen pünktlich um neun Uhr die Wettervorhersage für den kommenden Tag. Sie gibt es wahlweise im Text- oder HTML-Format für bis zu fünf Orte. Mehr Wahlmöglichkeiten bestehen leider nicht. Wer den Temperaturtrend oder die Wettervorhersage für die nächsten zwei Wochen haben möchte, Satellitenbilder oder den Regenradar sehen will, muss auf die informative Internetseite gehen.
 
 

Wetterbericht als Videostream

Wer nicht bis zum Ende der Nachrichtensendungen im Fernsehen oder Radio warten will, der bekommt den aktuellen Wetterbericht auf wetter.com sofort. Statt ARD-Mann Jörg Kachelmann steht beim Deutschen Wetter Fernsehen SWR-Sprecher Bernd Madlener vor der Kamera.

Zweiter Blick verliert sich in Details

Das Wetter-Video ist ein netter Zusatznutzen gegenüber einer reinen Schaubildersammlung. Es verzögert aber das Laden der Seite teilweise sehr. Die Wetter-Deutschlandkarte steht im Zentrum, aber viele bunte Bilder zu weiteren Themen lenken unnötig ab.

Wettervorhersage erkennbar, mehr nicht

Die Seite ist leider etwas überfrachtet. Zwar ist das Logo klar erkennbar. Punktabzug gibt es aber für etwas zu viele Angebote auf einmal, die beim erstmaligen Öffnen der Startseite verwirren. Ohne Site-Map wirkt die Struktur der Website zunächst etwas unübersichtlich.

Das Wetter online analysieren

Neben dem Wetterbericht bietet wetter.com noch viele Zusatznutzen für Hobbymeteorologen. So gibt es neben simplen Grafiken und Schaubildern auch Isobarenkarten, Satellitenbilder oder den Regenradar für Europa im Wochenverlauf.

Weit mehr als nur Wettervorhersage

Tipps zu Gesundheit und Reisen, Lifestyle und Klimaschutz ergänzen das breite Informationsangebot der Internetseite. Jedoch haben Urlaubstipps für eine Rundreise durch die Weinberge Kaliforniens über einer Werbung für United Airlines einen schalen Beigeschmack von PR.

Kein Wetterbericht für die Südsee

Eine Stichprobe mit acht Orten ergab, dass nur für sechs der Städte Daten vorlagen. Das waren Hamburg, Paris, Scharbeutz, Cala Millor, Antigua und das niedersächsische Lamspringe. Gefehlt haben aber Daten für Pa Tong in Thailand und Sint Nicolaas auf den Niederländischen Antillen.

Wetterberichte für bestimmte Zielgruppen

Viel Nutzwert hat für die jeweilige Zielgruppe allerdings die spezielle Wettervorhersage für den Wintersportler, Fahrradfahrer, Biker, Piloten, Golfspieler oder Hobbygärtner. Diese Informationen kommen von externen Kooperationspartnern als „Experten“ zu diesen Fachthemen.

Wetter online und mobil abfragen

wetter.com gibt es auch für die Hosentasche, und zwar als normale mobil-Seite oder speziellen Angeboten fürs BlackBerry, Plam Pre oder das iPhone. Und für jeweils 0,49 Euro gibt es eine tägliche Wetter-SMS für den ausgewählten Postleitzahlenbezirk oder Städtenamen.

Wetterbericht plus Google Earth

Eine weitere Spielerei: Die Prognosedaten von wetter.com können mit Google Earth verbunden werden. Dazu kann man verschiedene Ebenen auf die Deutschland-Karte legen, zum Beispiel für Temperaturen und Wetterzustands-Symbole für Luftdruck, Feuchtigkeit oder Wind.

Wetterbericht für die eigene Homepage

Wer Besuchern seiner Homepage aktuelle Wetterprognosen liefern will, kann sich auf wetter.com den so genannten Homepagewetterbutton einrichten. Zur Auswahl stehen verschiedene Größen, Hintergrundfarben, Schriftfarben, Schriftarten und Sprachen. Ihn gibt es kostenlos für mehrere Städte.

Übers Wetter online plaudern

Für die Community von wetter.com gibt es Möglichkeiten, untereinander Erfahrungen auszutauschen. Dazu dient einerseits der Welt-des-Wetters-Blog. Andererseits können Mitglieder ihre selbst fotografierten Naturimpressionen in eine Bildergalerie hochladen.

Wetterbericht von Mitgliedern

Eine weitere Möglichkeit, den Inhalt auf wetter.com mitzugestalten, bieten eigene Wetterstationen. Davon gibt es bereits knapp 5.000. Mit ihnen baut wetter.com nach eigenen Angaben das größte private Netzwerk an Wetterstationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf.

Wettervorhersage vom Deutschen Wetterdienst

Die Messdaten der Mitglieder sind nur für andere Wetterbegeisterte zu sehen. Eine ausführliche Wettervorhersage in Schriftform gibt es dagegen vom Deutschen Wetterdienst. Für die quantitativen Prognosen gibt es bei wetter.com nach Unternehmensangaben eigene Rechenmodelle.

Kommunikation als Einbahnstraße

Um an die Informationen über die Prognosemodelle zu kommen, war ein Anruf notwendig. Auf eine E-Mail mit dieser Frage über ein Kontaktformular auf wetter.com gab es keinerlei Reaktion. Erreichbar sind die Mitarbeiter leider nur zu den üblichen Bürozeiten.

Geschäftsbedingungen nicht erwähnt

Einen Anruf ins deutsche Festnetz müssen Interessierte auch investieren, wenn Sie mehr über die Konditionen des Mitgliedschaftsvertrags erfahren wollen. Auf wetter.com gibt es keine Seite mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Abonnenten.

Allgemeines Recht ohne Besonderheiten

Nach Unternehmensauskunft gelten für die Mitgliedsverträge mit wetter.com die allgemeinen gesetzlichen Regeln. Es gibt keine Sonderkündigungerechte in Härtefällen. Die Verträge sind grundsätzlich einmalige Geschäfte auf ein, drei oder zwölf Monate und verlängern sich nicht automatisch.

Ausnahme für Zahlung auf Rechnung

Neben Kreditkarte, Lastschrift und PayPal akzeptiert wetter.com auch das Zahlen auf Rechnung. Nur in diesem Fall verlängert sich der ausnahmsweise einjährige Vertrag um weitere zwölf Monate. Kunden müssen in diesem Fall also rechtzeitig an die Kündigung ihrer Mitgliedschaft denken.

Probemitglied nur auf dem Postweg

Wer nur einmal zur Probe Mitglied werden will, kann eine falsche Rechnungsadresse angeben. Die Daten werden nicht auf Plausibilität geprüft. Bei Nichtzahlung wird der sofort frei geschaltete Account erst zehn Tage nach Erhalt der Rechnung wieder gesperrt.

Anmeldung ist etwas langwierig

Das Anmelden bei wetter.com ist zwar nicht im Schnelldurchlauf möglich. Doch dafür werden nicht zu viele persönliche Daten erhoben. Allerdings werden die Daten auch nicht immer kritisch geprüft. So kann man nicht existierende Orte angeben, die nicht mit der angegebenen Postleitzahl zusammenpassen.

Wettervorhersage kommt per E-Mail

Der so genannte Wetterletter liegt stets pünktlich um neun Uhr morgens im Ordner Posteingang. Die tägliche Frequenz stellt ein Manko dar. Am Morgen gibt es per Wetterletter die Prognose für den kommenden Tag, mehr nicht.

Wettervorhersage von der Stange

Wünschenswert wäre es beispielsweise, eine Vorschau für mehrere Tage in einem wöchentlichen Newsletter wählen zu können. Angenehm wären zudem viel mehr Möglichkeiten, um den Inhalt der E-Mails zu individualisieren, zum Beispiel mit Informationen zum Biowetter, die es bislang nur nach dem Durchklicken auf der Internetseite gibt.

Wetter.com – unser Fazit

Für 4,16 Euro pro Monat können sich Hobby-Wetterfrösche in der Community von wetter.com mit Gleichgesinnten austauschen, exotische und heimische Klimaphänomene präsentieren und sogar eigene Wetterdaten in die Welt senden. Das Equipment für die private Messstation gibt es im angeschlossenen Shop. Damit präsentiert sich wetter.com als Plattform für interessierte Amateure, die vor allem die reichhaltige Datenbank der Betreiber nutzen wollen. Eine weitere Zielgruppe für wetter.com sind Urlauber in spe. Sie können Stauwarnungen oder das Wintersport- beziehungsweise Strandwetter für typische Urlaubsregionen abrufen und nach Billigflügen oder Hotels suchen. Diese Nutzer klicken sich von wetter.com zu externen Kooperationspartnern. Ebenso verweist die Seite für Freizeitthemen wie Motorrad- oder Mountainbikefahren oder dem passenden Wetter zum Golfen oder Fliegen auf fremde Inhalte. Für jeden Klick erhält wetter.com eine Vergütung. Daher stellt es sich die Frage, ob dem wenn auch mäßigen Beitrag überhaupt eine entsprechende Gegenleistung in Form eines Informationsvorsprungs gegenüber steht. Schließlich sind viele der auf wetter.com neben einander gestellten Infos woanders kostenlos zu erhalten. Die Antwort liegt wohl in dem Spaßfaktor für Menschen mit Interesse an Natur- und Meteorologiethemen. Nicht ohne Grund gibt es zwar eine von der Zeitschrift „Mein schöner Garten“ präsentierte Rubrik fürs Gartenwetter, nicht aber für professionelle Landwirte.

Zum Vergleichstest

  wetter.com Testbericht  
       
     
  Gesamtnote 2,8   3 von 5 Sternen
 
  Internetauftritt 1,5   4,5 von 5 Sternen  
  Service 3,0   3 von 5 Sternen  
  Preis 3,0   3 von 5 Sternen  
     
 
22. Februar 2010

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